Göttlicher Fund Experten entdecken versteckten da Vinci
London - Leonardo da Vinci hat sein Gemälde "Madonna in der Felsengrotte", so wird vermutet, in zwei Versionen gemalt. Eine hängt im Pariser Louvre, die andere in der National Gallery in London. Wie die BBC berichtet, wurde nun unter der Oberfläche der Londoner "Madonna" per Infra-Rot-Röntgen-Technik ein weiteres Bild entdeckt.
Die National Gallery glaubt, dass das vom Meister übermalte Bild eine knieende Frau mit einem ausgestrecktem Armt zeigt. Einem Bericht der BBC zufolge gehen die Kunst-Experten davon aus, dass da Vinci ein Bild über die Anbetung des kindlichen Jesus plante, diese Idee dann aber wieder verwarf.
Leonardo war 1483 beauftragt worden, ein Gemälde für den Altar der Unbefleckten Empfängnis in der Kirche San Francesco Grande in Mailand zu liefern. Sein Bild zeigt die Madonna ohne Gold und Heiligenscheine, die in ihrem Exil in Ägypten vor einer Felsengrotte sitzt. Zu ihren Füßen ist Jesus zu sehen, der Johannes segnet, auf den wiederum der Zeigefinger des Erzengels Uriel hinweist. Die Madonna des Louvre wurde 1499 nach Frankreich verkauft. Die andere Version, die nun in London hängt, nahm 1508 in der Mailänder Kapelle als abgeänderte Replik den Platz des "Originals" ein. Kenner vermuten, dass Leonardo die Replik nicht komplett selbst gemalt hat, sondern gemeinsam mit dem Mailänder Maler Giovanni Ambrogio de Predis.
Auch ein zeitgenössischer und höchst populärer Künstler hat sich ausgiebig der "Felsenmadonna" gewidmet: Bestsellerautor Dan Brown machte das Bild in seinem Thriller "Sakrileg" zum Angelpunkt eines Kriminalfalls. Browns Geschichte: Bei ihren Recherchen stoßen die Helden des Buchs immer wieder auf verborgene Symbole in den Werken Leonardo da Vincis. Diese deuten auf den Heiligen Gral hin und darauf, dass Jesus Christus und Maria Magdalena einen gemeinsamen Sohn hatten.
Jetzt wurde tatsächlich bislang nie Gesehenes in einem Leonardo-Werk entdeckt. Dan Brown hat recht, mögen nun dessen Fans frohlocken. Und gespannt abwarten, wohin die weiteren Untersuchungen über das Bild im Bild wohl führen.