Goldene Kamera: Neidisch auf Gottschalks Denkmal - DER SPIEGEL
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Goldene Kamera Neidisch auf Gottschalks Denkmal

Meg Ryan hatte abgesagt, dafür wird Thomas Gottschalk als Statue in der Ruhmeshalle verewigt: In Berlin feierte die TV-Zeitschrift "Hörzu" zum 37. Mal die Verleihung der Goldenen Kamera. Die letzten, noch nicht im Vorwege bekannt gegebenen Medienpreise gingen an die TV-Journalisten Anne Will und Steffen Seibert.
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Berlin (dpa) - Der 98 Jahre alte Johannes Heesters, Grandseigneur des deutschen Films und Theaters, kostete den Augenblick voll aus. "Ich bin nicht vergessen, ich bin immer noch da", sagte "Jopie" und nahm strahlend den Ehrenpreis der 37. Goldenen Kamera entgegen. Seine ehemalige Filmpartnerin Lilo Pulver übergab ihm die Trophäe am Dienstagabend im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt, und Heesters erinnerte vorsorglich gleich an die nächste anstehende Ehrung: "In einem dicken Jahr bin ich schon 100".

Weniger glücklich mit seiner Auszeichnung schien "Wetten, dass...?"-Moderator Thomas Gottschalk. Als erster Star überhaupt wurde er in die neu geschaffene "Hall of Fame" aufgenommen. "Ich freue mich wirklich, aber lasst mich noch ein bisschen machen", meinte Gottschalk, der sich noch nicht als Fernsehgreis "aufbahren" lassen will. Harald Schmidt, in der Kategorie Entertainment geehrt, frotzelte: "Ich bin ein bisschen neidisch auf das Denkmal." Gottschalk soll künftig in Stein gemeißelt in der Ruhmeshalle der Zeitschrift "Hörzu" stehen.

Die Popsängerin Anastacia, im bauchfreien Outfit und wie gewohnt mit getönter Brille, dankte vor allem ihren Fans, "die noch draußen in der Kälte frieren". Dem US-Star, ausgezeichnet in der Kategorie "Pop International", hatten die meisten Jubelschreie am roten Teppich gegolten. Auf einer Videoleinwand konnten die nicht Geladenen die Preisverleihung vor dem Gebäude mitverfolgen. Die aus Australien stammende Schauspielerin Cate Blanchett war über ihre Auszeichnung als "Sensation des Jahres" überglücklich: "Das ist ein ziemlich großer Moment in meiner Karriere", sagte Blanchett. Sie war zuletzt unter anderem als Elben-Königin Galadriel in "Der Herr der Ringe" zu sehen und spielt die Hauptrolle in Tom Tykwers Film "Heaven", mit dem am Mittwochabend die 52. Berlinale eröffnet wird.

Enttäuscht waren viele Fans über die kurzfristige Absage von Hollywoodschauspielerin Meg Ryan - der für sie vorgesehene Preis für die "Internationale Filmkarriere" fiel kurzerhand weg. Ein Verhandlungshickhack mit dem Star habe zu der Absage geführt, hieß es. Ryan, die in Berlin für ihren Film "Kate & Leopold" geworben hatte, erklärte am Mittag, sie müsse dringend nach Tokio fliegen. Nach Veranstalterangaben verbrachte sie die Nacht jedoch in Berlin.

Vor Aufregung ins Stottern kam Heike Makatsch, die für ihre Darstellung in Dieter Wedels ZDF-Politthriller "Die Affäre Semmeling" geehrt wurde. "Der Preis ist ein Zeichen dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass die Arbeit, in die ich mein Herzblut gesteckt habe, anerkannt wird", meinte Makatsch. Mit ausgestreckten Armen zeigte Bobby Brederlow stolz seine Goldene Kamera ins Publikum. Zusammen mit Veronica Ferres wurde der am Down-Syndrom leidende Schauspieler für seine verfilmte Lebensgeschichte "Bobby" geehrt. Der blinde Tenor Andrea Bocelli nahm die Goldene Kamera in der Kategorie Musik aus den Händen von Ex-Boxer Henry Maske entgegen, für den er die Abschiedshymne "Time To Say Goodbye" gesungen hatte.

Die einzigen beiden Goldenen Kameras, deren Gewinner im Vorwege noch nicht bekannt waren, waren von den Lesern der "Hörzu" per Postkarte gewählt worden. Als "Shooting Stars" der deutschen Medienszene wurden so die "Tagesthemen"-Moderatorin Anne Will und der "zdf.reporter" Steffen Seibert ausgezeichnet.

TV-Interviewprofi Sandra Maischberger wurde außerdem als beste Fernsehjournalistin geehrt. Maximilian Schell überreichte Filmemacher Heinrich Breloer eine Goldene Kamera für die Dokumentarspiel-Reihe "Die Manns". Annett Renneberg erhielt die Lilli-Palmer-Gedächtnis-Kamera für die beste Nachwuchsschauspielerin.

Das ZDF zeigt eine Aufzeichnung der Gala am 10. Februar um 21.50 Uhr.

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