Grüne Kritik Stölzls Opernreform gescheitert
Berlin - Die von Berlins Kultursenator Christoph Stölzl (parteilos) geplante Opernstrukturreform ist nach Ansicht der Berliner Grünen-Abgeordneten Alice Ströver gescheitert. "Die jetzt vorgesehenen kurzfristigen Maßnahmen mit einigen an der Oberfläche kratzenden Veränderungen sind nicht die Strukturreform, die wir alle gewollt haben", sagte die Politikerin am Montag im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. "Das ist keine Reform, wie sie nötig ist, um die Riesenprobleme, die wir in jedem Haushaltsjahr bei den Bühnen vor uns herschieben, zu lösen."
Ströver kritisierte ebenso wie Vertreter anderer Parteien, dass Stölzl auch nach der Anhörung einer Konferenz von Opernintendanten im November vergangenen Jahres dem Parlament noch immer nicht sagen könne, welche Entscheidungen er nun treffen wolle. "Eine solche Antwort muss doch der verantwortliche Senator geben können", meinte der PDS-Abgeordnete Wolfgang Girnus. Auch Irana Rusta von der SPD nannte es unbefriedigend, von Stölzl "noch immer keine klare Position zur Opernreform zu hören". Der CDU-Abgeordnete Stefan Schlede kritisierte, dass die Ziele der Reform nicht erkennbar seien.
Stölzl appellierte dagegen an die Parlamentarier, "Augenmaß bei der Zeitplanung" zu bewahren. Bei den jetzigen Planungen gehe es immerhin um eine grundsätzliche Neubewertung einer langfristigen Überlebensfähigkeit der Berliner Bühnen. Eine endgültige Abstimmung darüber zwischen den Koalitionsfraktionen CDU und SPD stehe noch aus. Nach den jetzigen Planungen der Kulturverwaltung will Stölzl im Februar eine Vorlage zur Opernreform im Senat einbringen.