Guernica-Ausstellung Kunst und Versöhnung
Die Bilderschau, die am Mittwoch im Guernica Kulturhaus eröffnet wurde, entstand in Zusammenarbeit mit Stiftungen in Pforzheim und Dresden, wo sie ab Februar 2001 zu sehen sein wird. Anlass ist dann deren Jahrestag der Bombardierung durch die Alliierten.
Zu sehen sind Werke von 40 Künstlern aus Spanien, Australien, Österreich, Deutschland, England, Südafrika und China. Viele davon entstanden eigens für diese Ausstellung. Die Bandbreite ist groß: von Aboriginal-Motiven von Annie Franklin und Benjamin Mckeown aus Australien bis zu Günter Grass' Radierung "Ihr Traum vom Eigenheim".
Die treibende Kraft hinter der Kunstschau waren Juan Gutierrez, Leiter des Guernica Peace Research Centers, und der australische Künstler William Kelly. "Über Kunst und Versöhnung wurde bisher wenig geschrieben. Vielleicht ist dies die erste Ausstellung, die sich mit dem Thema auf internationalem Niveau beschäftigt," meint Kelly.
Gutierrez ist der Ansicht, das Gedenken an vergangene Kriege könne dabei helfen, zukünftige zu vermeiden. Picassos Gemälde habe aus Guernica "nicht nur ein Symbol für den Krieg von 1936 bis 1939 gemacht, sondern auch dafür, Perspektiven zu eröffnen und Schritte in Richtung Versöhnung zu tun."
Einen Kontrast zu den farbenfrohen Drucken und Gemälden bildet Nick Uts berühmte Schwarz-Weiß-Aufnahme eines nackten vietnamesischen Mädchens, das nach einem US-Bombenangriff außer sich vor Angst vor Soldaten flieht. Für das Foto bekam Ut den Pulitzer Preis. Laut Kelly ist dieses Bild ausgewählt worden, weil es damals dazu beitrug, die amerikanische Sichtweise zu verändern: Es verlieh dem Feind ein menschliches Gesicht und wurde "ein Symbol, das in Richtung Versöhnung wies."
Jeannette Villachica