Gustav Peichl: Architekt und Karikaturist gestorben - DER SPIEGEL
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Architekt und Karikaturist Gustav Peichl ist tot

Als Architekt schuf er die Bundeskunsthalle, als Karikaturist erzählte er von seiner Heimat Österreich. Nun ist Gustav Peichl mit 91 Jahren gestorben.
Gustav Peichl: Heilsame Ironie
Gustav Peichl: Heilsame Ironie

Gustav Peichl: Heilsame Ironie

Foto: Herbert Neubauer/ DPA/ APA
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Sein Werk ist gigantisch in Umfang und Ausmaß: Gustav Peichl veröffentlichte in den vergangenen sieben Jahrzehnten mehr als 12.000 Karikaturen und 3000 Cartoons, brachte rund 120 Bücher heraus. Zu seinen Bauten zählen neben der Bundeskunsthalle in Bonn das Probengebäude der Münchner Kammerspiele, der Anbau des Städel-Museums in Frankfurt sowie die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestags im Berliner Regierungsviertel. Am Sonntag ist der österreichische Architekt und Karikaturist im Alter von 91 Jahren in Wien gestorben, wie sein Sohn Markus Peichl bestätigte.

Unter dem Pseudonym "Ironimus" zeichnete er zudem Karikaturen, unter anderem für die " Süddeutsche Zeitung" und den "Stern". Als er sich vor vier Jahren als Zeichner zur Ruhe setzte, veröffentlichte er "Das Wunder Österreich". Darin erklärt er sein Land in ironischen Karikaturen aus 60 Jahren und erzählt als Chronist der Zweiten Republik aus persönlicher Sicht Geschichten aus Österreich. Damals sagte er: Je vertrauter ihm eine Sache werde oder "je quälender sie an ihm nage", desto heilsamer sei die Ironie.

Mit dem Zeichnen von Karikaturen begann der in Wien geborene Peichl laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA, um sein Architekturstudium zu finanzieren. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Hobby aber ein Zweitberuf. "Die Karikatur ist ein Ventil für mich. Sie erspart mir sozusagen den Psychiater", erklärte er einmal.

brs/dpa