Herbstmode in Mailand Nostalgische Eleganz
Mailand - Die ersten drei Tage der "Milano Moda Donna", der Trendschauen für die Saison Herbst-Winter 2001/02, waren nostalgisch geprägt. Auch der anmutige Charme einer Audrey Hepburn wurde wieder entdeckt und mit ihr der raffinierte und dennoch unaufdringliche Chic der späten fünfziger Jahre.
Kostüme aus Tweed, Jacken mit betonter Taille und weite Hosen, vom Knie abwärts mit Schlitz, prägen die Mode der Italienerin Mariella Burani. Zu Chiffon-Kleidern im Dessous-Stil trägt die Burani-Frau hochhackige Sandaletten und Hüte mit mächtigen Krempen.
Herbstkollektion von Marina Spadafora: Spiel mit dekorativen Elementen
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Rocco Barocco: Bestickte Ledermode und asymmetrische Röcke
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Mariella Burani: Chiffon-Kleider im Dessous-Stil
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Goldener Herbst: Wintermode von Alviero Martini
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Lorenzo Riva: Rock als Muss der Saison
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Model Anna Falchi in einem Herbstkleid von Mariella Burani
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Laura Biagiotti: Grafische Elemente des Futuristen Giacomo Balla
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Transparente Herbstmode von Marina Spadafora: Muster, die wie direkt auf die Haut tätowiert wirken
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Die italienische Schauspielerin Martina Colombari präsentiert eine Pelz-Kreation des Stylisten Blemarine
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Die Liebe zu Bali setzte das italienische Geschwisterpaar Francesca und Nicolò Iori Jorando in raffinierte Stickereien auf kurzen Kleidern, Pullovern oder Röcken aus Tüll oder Chiffon um. Auch Marina Spadafora, Modemacherin aus Bozen, experimentiert mit dekorativen Elementen. Ihre transparenten und reich verzierten Teile wirken, als seien die Muster direkt auf die Haut tätowiert.
Gewohnt klassisch hingegen trat Lorenzo Riva auf. Riva, der auf eine lange Tradition in der römischen Maßschneiderei, der Alta Moda, zurückblicken kann, kombiniert Taftoberteile zu Hosen mit sehr weitem Bein und Mänteln mit Dreiviertel-Arm. Bei ihm ist der Rock ein Muss der Saison.
Rocco Barocco kommt wie Riva ursprünglich aus der Maßanfertigung. Praktische Kleidung für den Tag findet bei ihm nicht statt. Er präsentierte üppige Pelzstolas, bestickte Lederhosen und asymmetrische, lange Blumenkleidern. Auch Laura Biagiotti hat jetzt eine eigene Linie für junges Klientel. Sie heißt "Roma" und Lavinia, die 22-jährige Tochter der Designerin, hatte bei der Gestaltung ein gutes Wort mitzureden. Biagiotti lässt feminine und sportliche Details zusammen agieren, kombiniert etwa einen langen Plissee-Rock aus Chiffon mit kurzer Weste aus einem Techno-Material. Breite Kummerbund-Gürtel trennen Rock und Bluse. Kurze, elegante Mäntel verlängert Biagiotti mit einem flauschigem Kaschmir-Ansatz und Woll-Kordeln. Inspiriert von ihrem Lieblingsmaler, dem italienischen Futuristen Giacomo Balla, gestaltet die Römerin ihre Muster. Die grafischen Elemente des Künstlers verzieren Kleider, Hosen, Röcke und Blusen. Schwarz mit Pink und Camel sind die dominierenden Farben.
Victor Bellaish lenkte in seiner am Dienstag vorgeführten Kollektion den Blick auf die Schulterpartie. Ist der Rest der Silhouette schlank und schmal, so wuchtet der israelische Designer allerlei Gewicht auf Schulter und Oberarm. Satter Pelzbesatz, aufgeblasen wirkende Puffärmel, gefächerte Tüll-Blüten, Drapierungen oder mächtige Wollapplikationen setzen oft eigenwillige Akzente. Zu den übers Knie fallenden Röcken stellt Bellaish kurze Blousons mit extrem betonten Ärmeleinsatz. Über seine braunen Kostüme lässt er neonfarbene Ziernähte laufen.
Axel Botur, dpa