Heute in den Feuilletons: Recherche 2.0 - DER SPIEGEL
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Heute in den Feuilletons Recherche 2.0

Die "SZ" freut sich über gepflegte Leserkommentare im Internet. Die "FAZ" huldigt Peter Hacks und dem Hirn. In der "Welt" erklärt der Historiker Bogdan Musial, wie die Sowjetunion mit Hilfe Deutschlands die Welt beherrschen wollte. "Atlantic Monthly" zeigt Britney Spears den Weg.
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Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2008

Im Aufmacher der Beilage "Literatur und Kunst" porträtiert  der Schriftsteller Kjartan Flogstad Norwegen als "Vorzeitmuseum und Zukunftslabor": "Der mustergültige Norweger unserer Tage ist Spitzentechnokrat in der Ölindustrie und gleichzeitig Schafbauer. Heute Kätner auf karger Weide, steht er morgen im gebügelten Businessdress auf dem Flugplatz Sola bei Stavanger und wartet auf den Firmenjet, der ihn ins Hauptquartier nach Houston, Texas, oder zu den Ölfeldern Libyens und Irans bringen wird. - Wer heute das Bohrgestänge kilometerweit von der Plattform entfernt durch die geologischen Formationen unter dem Meeresboden treibt, mäht morgen in althergebrachter Weise mit der Sense das Gras für seine Schafe. Dank der hoch entwickelten Technologie produziert er selbst die neue Zeit, die die guten alten Tage auf dem Kleinbauernhof fortbestehen lässt."

Weitere Artikel der Beilage: Der Soziologe  Gerhard Schulze denkt  über die Tradition und die Aktualität der Ereignisform Konzert nach. Die Musikwissenschaftlerin Imelda Beer weiß , wie Konzerte für die "ichzentrierte Zuhörerschaft" von heute aussehen könnten. Paolo Cimino erzählt  die Geschichte des Ehepaars Riggenbach-Stehlin, das im Basel des 19. Jahrhunderts unvergessliche Hauskonzerte organisierte. Aldo Keel erinnert  an den vor zweihundert Jahren geborenen isländischen Nationaldichter Jonas Hallgrimsson.

Im Kulturteil liefert  Uwe Justus Wenzel Ost-West-Impressionen von der Leipziger Buchmesse. Marc Zitzmann berichtet  vom Wirbel um den Pariser "Salon du livre" , den die arabischen Länder bestreiken, weil Israel Gastland ist. Martin Meyer kündigt eine in der nächsten Woche beginnende Serie an, die sich um die eidgenössische Gretlifrage dreht: "Was ist schweizerisch?"

Besprochen werden eine Baseler Ausstellung  zur Welt Homers und seiner Epen, eine Marbacher  Ausstellung mit Plastiken aus dem George-Kreis, Angela Hewitts überzeugende Züricher Klavierabende mit Bachs "Wohltemperiertem Klavier" und Bücher, darunter Raoul Schrotts heftig umstrittenes Buch  "Homers Heimat" (dessen Thesen auch den Althistoriker  Stefan Rebenich nicht überzeugen) und Sherko Fatahs Roman  "Das dunkle Schiff" (mehr dazu in der Bücherschau  des Tages ab 14 Uhr).

Weitere Zeitungen, 15.03.2008

Das will nicht bis zur Magazinrundschau am Dienstag warten: Britney Spears ist die Titelgeschichte  von Atlantic Monthly. Amerikanische Blogs giften  und spotten  über diesen unverzeihlichen  Einbruch  eines Highbrow-Magazins in ihr ureigenes  Terrain . Das schmerzt, vor allem weil David Samuel eine erstklassige Reportage über das Geschäft der Paparazzi liefert - keine Moral, kein Zynismus, keine Klischees. Dafür besser gebaut als Arianna Huffington . Der Höhepunkt ist eine Szene, in der sich alle Beteiligten plötzlich in einer Tiefgarage gegenüberstehen: "'Hi Britney', sage ich. Sie sieht mich an und lächelt strahlend. 'Hi', sagt sie. 'Frohes Thanksgiving.' Einer der Fotografen fragt, wie Thanksgiving denn bis jetzt so war. 'Gut', sagt sie. Ihre Augen rollen rückwärts in ihren Kopf, während sie lächelt. Ein brasilianischer Paparazzo senkt seine Kamera und öffnet ihre Autotür, als würde er immer noch auf einem Parkplatz arbeiten. Der Popstar steigt ins Auto und fährt auf eine Betonwand zu. 'Nein, nein, nein', schreit einer der Fotografen. Er schlägt auf den Kofferraum ihres Wagens. Britney hält an und fährt ihr Fenster runter. 'Hier ist der Ausgang, genau hier', sagt er, dorthin zeigend. Die Paparazzi hören auf zu fotografieren und bilden eine menschliche Kette, die sie zum Ausgang leitet. Britney lacht ein sorgloses, verrücktes Lachen."

Die Welt, 15.03.2008

Der gewohnt streitlustige Historiker  Bogdan Musial sieht  durch Aktenfunde in den Moskauer Archiven belegt, dass die Sowjetunion lange vor den Nazis zu einem "ideologisch bedingten Vernichtungskrieg gegen den Westen" rüstete: "Im Januar 1930 entwarf der spätere Marschall Michail Tuchatschewski die Konzeption des 'Vernichtungskriegs' gegen den Westen, die einen massenhaften Einsatz von Panzern (50.000), Flugzeugen (40.000) sowie den 'massiven Einsatz von chemischen Kampfmitteln' vorsah. Das Ziel des Angriffskrieges war, die kommunistische Herrschaft in Europa und der Welt mit Waffengewalt zu verbreiten. Und Deutschland kam in den Plänen der Bolschewiken für die Weltrevolution die Schlüsselrolle zu, und zwar aufgrund seines Industriepotentials, der Stärke seiner Arbeiterschaft, der künftigen disziplinierten Soldaten der Revolution sowie der geopolitischen Lage im Zentrum Europas. Die Bolschewiken betrachteten Deutschland als den Schlüssel zur Beherrschung Europas. Auf dem Weg dahin war allerdings das antikommunistische Polen zu überwinden."

In der Literarischen Welt befindet Elmar Krekerler mit Blick auf die beiden Roman von Michael Kumpfmüller und Dirk Kurbjuweit, dass die Politik der Literatur nicht gut bekommt. Besprochen werden unter anderem Irina Liebmanns auf der Buchmesse ausgezeichnetes Porträt ihres Vaters  Rudolf Herrnstadt "Wäre es schön? Es wäre schön?" und Georg Stefan Trollers Buch  "Paris geheim".

Im Feuilleton zeigt sich  der Althistoriker  Josef Wiesehöfer zwar nicht überzeigt von Raoul Schrotts Thesen zu Homers kilikischer Heimat, aber immerhin beeindruckt von einigen anregenden Erkenntnissen. Manuel Brug unterhält sich  zu ihrem achtzigsten Geburtstag mit der Mezzosopranistin Christa Ludwig. Elmar Krekeler berichtet  von der Leipziger Buchmesse, die dermaßen im Bann von 1968 steh, dass Jonathan Littell selbst bei Anwesenheit keine Chance mit seinem "Blutsuppen"-Roman "Die Wohlgesinnten" gehabt hätte.

Besprochen werden eine Ausstellung  zu Albert Speers monumentalen Germania-Plänen für Berlin, ein RTL-Drama über "Das Papst-Attentat", eine Parsifal-Aufführung in Paris sowie neue Alben  von Sheryl Crow, Jack Johnson und Lenny Kravitz.

Aus den Blogs, 15.03.2008

Gucken unsere Leser Gottschalk? Ich weiß es nicht, aber diesen Schwanensee  haben wir auf einem amerikanischen Weblog gefunden.

Die Tageszeitung, 15.03.2008

In einem ausführlichen Interview im tazmag stellt  die amerikanische Soziologieprofessorin und Autorin  Marcia Pally ihr jüngstes Buch "Warnung vor dem Freunde. Tradition und Zukunft der amerikanischen Außenpolitik" vor, in dem sie das religiöse Wurzelwerk ihres Landes, insbesondere die Evangelikalen unter die Lupe nimmt. "Der Evangelikalismus ist aus England und Deutschland in die USA herübergekommen. Mit anderen Worten: Ihr seid schuld! Euer europäischer Evangelikalismus ist verschmolzen mit dem Selbstverständnis der Pioniere, dem isolierten und kargen Leben damals, in dem ständig die Unternehmungskraft des Einzelnen betont wurde: Mach was draus! Verlass dich nur auf dich selbst, wenn du überleben willst! Es gab natürlich Institutionen und Communities, aber im Vergleich zu Europa war der Einzelne viel mehr auf sich selbst angewiesen. Er hatte aber auch mehr Möglichkeiten, sich zu entfalten und zu entwickeln, und stand weniger unter staatlicher Beobachtung."

Auf der Meinungsseite kritisiert  der Publizist Alfred Grosser Europas Sprachlosigkeit gegenüber Israels Mauerbau durch die besetzten Gebiete. "Das ist eine Grenze, die Palästina durchschneidet und die Bevölkerung ebenso demütigt wie die Checkpoints. Ich bin als kleiner Jude 1933 in Frankfurt gedemütigt worden. Ich kann nicht verstehen, dass Juden demütigen." An die Adresse Angela Merkels, die morgen zu den 60-Jahr-Feiern nach Israel fährt, richtet er daher die Aufforderung: "Unter vier Augen Klartext reden, im öffentlichen Auftritt moderat sein. Wäre das unter befreundeten Staaten zu viel verlangt?"

Im Kulturteil porträtiert  Hans Christoph Zimmermann eins der "produktivsten Paare des Gegenwartstheaters": Fabian Hinrichs und Laurent Chetouane, die in Köln "Empedokles/Fatzer"  aufführen. Milde Gratulation  von Dirk Knipphals an Clemens Meyer, der den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat: "Irgendwie freut man sich ja immer, wenn bei so einer Sekt-und-Häppchen-Veranstaltung ein authentischer Biertrinker ausgezeichnet wird." Und in tazzwei ist ein Interview  mit dem Comiczeichner, Karikaturisten und Romanschreiber Gerhard Seyfried zu lesen, der heute 60 wird.

Besprochen werden die Installation  "Waste Not" des chinesischen Künstlers Song Dong und seiner Mutter in der Ausstellung "Re-Imagining Asia" im Berliner Haus der Kulturen der Welt , Regina Schillings Filmporträt  des Schauspielers "Bierbichler" , Jake Kasdans fiktives Musiker-Biopic  "Walk Hard: Die Dewey Cox Story"  und Bücher, darunter Miljenko Jergovics Roman  "Das Walnusshaus" und zwei Studien  von Hans-Peter Raddatz und Matthias Küntzel über den Antisemitismus in der islamischen Welt. (mehr dazu in unserer Bücherschau  heute ab 14 Uhr)

Schließlich Tom .

Frankfurter Rundschau, 15.03.2008

Marcia Pally kommentiert  den Rücktritt des Governeurs von New York Eliot Spitzer, der wegen einer Callgirl-Affäre zurücktreten musste.  Christoph Schröder schildert , wie Clemens Meyer den Preis der Leipziger Buchmesse für seinen Erzählungsband "Die Nacht, die Lichter" mit einem Freudenschrei und einem Schluck aus der Bierflasche quittierte. Und in Times mager macht  sich Hans-Jürgen Linke über internationale Bündeleien von Mittelmeer bis Ostsee lustig.

Besprochen werden die erste große Retrospektive  des israelischen Künstlers Dani Karavan im Berliner Martin-Gropius-Bau , eine Ausstellung  über den Mythos von Troia in der Dichtung und der Kunst im Antikenmuseum Basel , drei aktuelle Einspielungen  von Ralph Vaughan Williams, Heitor Villa-Lobos und Liszt sowie Irina Liebmanns Erinnerungen  an ihren Vater Rudolf Herrnstadt (mehr in unserer Bücherschau des Tages  ab 14 Uhr)

Spiegel Online, 15.03.2008

Martina Meister berichtet über den Boykott der Pariser Buchmesse durch arabische Schriftsteller. Der Grund: als Gastland wurde Israel eingeladen. "Genau das macht den Boykott der Messe so paradox und für die geladenen Schriftsteller so bitter: Ein Großteil der eingeladenen (israelischen) Autoren ist bekannt für ihre regierungskritische Haltung. Viele engagieren sich in der Friedensbewegung und fordern einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967. Einige von ihnen hatten sogar kritisiert, dass nur auf Hebräisch schreibende Autoren nach Paris eingeladen worden waren. Tatsächlich ist unter den 39 Autoren nur ein einziger israelischer Palästinenser, der allerdings auf Hebräisch schreibt. Das 'Sprachkriterium ist in Wahrheit ein politisches Kriterium', bemerkte der Essayist und Übersetzer Amotz Giladi."

Süddeutsche Zeitung, 15.03.2008

Niklas Hofmann berichtet, dass in der Blogosphäre gerade "sehr reflektiert" über den Umgang mit pöbelhaften Leserkommentaren diskutiert wird. Neben Spreeblick  ist ihm vor allem das Blog von Stefan Niggemeier positiv aufgefallen. Der bat seine Leser  vorgestern: "Ich sitze gerade an einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Nutzer-Kommentare bei Online-Medien - und dachte, das wäre doch eine gute Gelegenheit, dieses Blog (und Sie und Euch!) noch einmal zur Recherche zu missbrauchen." Das hatte schon beim vorigen Mal geklappt, wie Hofmann entzückt von der Reaktionen der Leser berichtet: "Die lassen sich nicht lange bitten. In den nächsten 24 Stunden hinterlassen sie knapp 100 Kommentare mit sachdienlichen Hinweisen für das, was Niggemeier Recherche 2.0 nennt. So geht es zu in den deutschen Kommentarspalten, zivilisierter Umgang, Hilfsbereitschaft, bereicherndes Miteinander. Ein Segen." Zumal keiner der Leser die naheliegende Frage stellte: Wie hoch ist mein Anteil am Honorar, Stefan?

Dass Israel von der Landkarte radiert werden müsse - dieser seither viel zitierte Satz des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist laut Katajun Amirpur so nie gefallen, sondern schlicht ein Übersetzungsfehler. Die Worte für "map" und "wipe off" seien im persischen Original nie verwendet worden. Was er tatsächlich gesagt habe sei: "'Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.' Oder, weniger blumig ausgedrückt: 'Das Besatzerregime muss Geschichte werden.' Das ist keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden."

Weitere Artikel: Tobias Lehmkuhl streift durch die historische Buchstadt Leipzig, jahrhundertelang unangefochten die Hauptstadt des deutschen Buchhandels. Ijoma Mangold freut sich über den "großen, heiteren Erfolg" des Buchpreisträgers  Clemens Meyer. Drei kleine Vignetten erzählen Leipziger Allerlei über den Buchmessenwaldschrat, fehlenden Artenschutz für Leiseleser und Nichtraucher sowie die Präsentation der neuen Suhrkamp-Reihe "Edition Unseld". Vom Pariser Salon du livre  berichtet Alex Rühle, dass nach deren tumultösem Auftakt die meisten der 39 eingeladenen israelischen Schriftsteller sich für einen palästinensischen Staat stark machten. Rühle stellt außerdem die Galerie Barbur  vor, in der drei Künstler mitten in Jerusalem mit palästinensischen Jugendlichen und Kindern aus ultraorthodoxen Familien arbeiten. Christine Dössel porträtiert die Schauspielerin Nina Hoss. Wolfgang Schreiber gratuliert der Mezzosopranistin Christa Ludwig zum 80. Geburtstag.

In der Wochenendbeilage sind eine Erzählung von Albert Ostermeier und ein Interview mit Wolfgang Petersen übers Fernsehen zu lesen, außerdem bekennt Joachim Kaiser "Ich bin ein Alt-45er".

Besprochen werden eine Ausstellung über die Gruppe der "Progressiven" im Kölner Museum Ludwig , eine Ausstellung zum Mythos von Troia im Antikenmuseum Basel , der Film "Jellyfish"  von Etgar Keret und Shira Geffen, die CD "8 Diagram" von Wu-Tang Clan und der Roman "Nach Hause schwimmen" von Rolf Lappert (mehr in unserer Bücherschau des Tages  ab 14 Uhr).

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2008

In der Beilage "Bilder und Zeiten" huldigt Dietmar Dath dem großen DDR-Autor  Peter Hacks, der dieser Tage seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert hätte, und preist ihn als Dichter des goetheanischen Hochkommunismus: "Es ging Hacks bei seinem vielberufenen Klassizismus nicht darum, den Sozialismus mit goethischen Girlanden zu verhübschen, sondern darum, die Schönheit der Goethe-Haltung zu sozialisieren, allerdings nicht didaktisch und als Schenkung, sondern absolutistisch, als Erlass ans Publikum: Damit habt ihr euch zu beschäftigen, wenn ihr nach Hitler wieder menschenähnlich werden wollt."

Es trifft sich gut, dass zugleich FAZ-Chefdenker und -Debattenlenker Frank Schirrmacher im Feuilleton eine neue Serie über das Hirn eröffnet : "Können wir unser Denken im Alter verbessern? Können wir unsere Erinnerung schulen? Können Gedanken das Gehirn umbauen? Was geschieht bei der Meditation im Kopf? Kann Erziehung das Hirn konstruieren?" In einem ersten konkreten Artikel zum Thema schildert  Julia Spinola die Auswirkungen des Instrumentenspiels auf das Gehirn.

Weitere Artikel: Der Schriftsteller  und Amateur-Homerforscher  Raoul Schrott antwortet  unter dem trotzigen Titel "Es geschah in Kilikien" auf einer ganzen Seite den Einwänden, die gegen seine kilikische Neu-Verortung der "Ilias" vornehmlich von wissenschaftlicher Seite erhoben wurden. In der Glosse erklärt "amue", wie Wolf Biermann - oder jedenfalls seine Musik - in den Schoß der schwedischen Kirche fand. Hubert Spiegel schüttelt den Kopf über einen DDR-General, den er in Leipzig erklären hörte, dass es um Deutschlands Osten früher wirtschaftlich schlechter, aber moralisch besser stand. Über Hochhauspläne für Paris informiert Sabine Frommel. Michael Martens gratuliert dem serbischen Autor  David Albahari zum Sechzigsten, Gerhard Rohde der Sängerin Christa Ludwig zum Achtzigsten.

In Bilder und Zeiten sucht Michael Althen nach einer Lösung für den Umgang mit den immerzu drängelnden Bettlern, Schah-Freunden und BüSo-Parteigängern in Berlin. Katja Eichinger hat im Disneyland-Standort Anaheim  Amerika neu kennengelernt. Gina Thomas porträtiert den Londoner Galeristen  Anthony d'Offay, der jetzt zum Proselytenmacher der modernen Kunst geworden ist. Dramatikerin  Yasmina Reza, deren Buch  über Sarkozy im Wahlkampf gerade auf Deutsch veröffentlicht wurde, zeigt sich im Interview vollkommen unbeeindruckt von Vowürfen, sie habe eine literarische Boulevardisierung der Politik betrieben: "Ich stelle fest, dass Sie von 'Standpunkten' sprechen: ein eher schwaches Wort. Standpunkte halte ich für das Uninteressanteste an den Menschen, auch bei Schriftstellern."

Besprochen werden die Berliner  Ausstellung "Anatomie der Welt - Wissenschaft und Kunst auf dem Artemidor-Papyrus", neue CDs und Re-Issues unter anderem von The Kills , Nick Lowe  und Hillary Hahn und Bücher, darunter Helmut Kraussers Puccini-Roman cum Puccini-Recherche und Matt Ruffs Roman "Bad Monkeys" (mehr dazu in der Bücherschau  des Tages ab 14 Uhr).