Hogwarts-Kopie: Rowling verklagt indische Gemeinde - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hogwarts-Kopie Rowling verklagt indische Gemeinde

Feste feiern kann ganz schön teuer werden. "Harry Potter"-Schöpferin J.K. Rowling verklagt eine indische Gemeinde, die für ein religiöses Festival die Zauberschule Hogwarts nachgebaut hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kalkutta - Eigentlich wollten sie nur besonders kreativ sein. Um bei dem beliebten Durga Puja Festival mit den besten Aufbauten zu punkten, investierte eine indische Gemeinde in Kalkutta rund 30.000 US-Dollar in ein Modell der Hogwarts Schule, bekannt aus den "Harry Potter"-Romanen und -Filmen. Weil die Organisatoren damit aber angeblich das Copyright verletzen, haben Autorin J.K. Rowling und die Filmfirma Warner Brothers jetzt Klage angereicht. Geforderte Entschädigungssumme: 50.000 US-Dollar.

"Wir hatten keine Ahnung, dass wir dafür die Erlaubnis der Autorin einholen müssen", sagte ein Sprecher der Gemeinde. Man habe keinerlei kommerzielle Motive verfolgt, sondern nur ein beliebtes Thema für die Festaufbauten, die sogenannten "Pandals", wählen wollen.

Mit den originellen Konstruktionen wird der Göttin Durga gehuldigt, die im Kampf mit einem Dämonen das Böse besiegt haben soll. Das viertätige Fest ist das größte Hindu-Festival Indiens. Jedes Jahr strömen zahllose Besucher aus dem ganzen Land für die Feierlichkeiten in die Stadt. Die schönsten und orginellsten Aufbauten zu haben, ist dabei für die Gemeinden eine Frage der Ehre.

Neben der Zaubererschule sollten auch der "Hogwarts Express" und lebensgroße Figuren von Harry und seinen Freunden ausgestellt werden. Fast alle Modelle sind bereits fertig, das Fest beginnt am 17. Oktober.

"Unser Anwalt wird vor Gericht unseren Standpunkt erklären", versicherte der Sprecher der Gemeinde. "Wenn sie (Rowling und Warner) nicht mit unserer Arbeit einverstanden sind, werden wir die Konstruktion abbauen." Rowlings Anwälte schlossen nicht aus, dass man sich auch außergerichtlich einigen könnte.

acl/reuters

Mehr lesen über