Hollywood Medienmogul Lew Wasserman gestorben
Los Angeles - Regisseure wie Steven Spielberg schafften mit Wasserman den Durchbruch. Der talentierte Chef der Music Corporation of America (MCA), damals Dachfirma der Universal-Studios, engagierte Spielberg frisch weg von der Filmhochschule. Ihre erste gemeinsame Produktion "Der weiße Hai" wurde 1975 der bis dahin größte kommerzielle Erfolg in der Geschichte Hollywoods. "Es ist, als hätten wir alle unseren guten Paten verloren", sagte Spielberg der "Los Angeles Times" am Dienstag.
Wasserman hatte seine Laufbahn als Platzanweiser im Theater begonnen. Im Alter von 25 Jahren war er 1938 zunächst Agent für die Jules Stein's Music Corporation. Die nächsten 15 Jahre entdeckte er Talente für Agenturen und Fernsehproduktionen, bis er als Studiovorsitzender aus MCA ein internationales Entertainment-Imperium machte.
Auch in der Politik engagierte sich der einflussreiche Hollywood-Drahtzieher. Nach der Ermordung Kennedys veranstaltete der inzwischen mächtige Produzent Spenden-Kampagnen für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Lyndon B. Johnson und sammelte 1964 mehr Geld, als jemals zuvor für einen Demokraten zusammengekommen war. Jahrzehntelang wirkte Wasserman danach zwischen Studios und Gewerkschaften sowie Studios untereinander als Vermittler.
Bill Clinton würdigte Wasserman als "einen der klügsten Menschen", denen er je begegnet sei. Vor sieben Jahren zog sich der Mogul aus der Filmindustrie zurück. Er lebte bis zuletzt in Beverly Hills. "Sein Tod symbolisiert das Ende einer Hollywood-Ära, die wohl nie wiederkehren wird", schrieb die "Los Angeles Times".