Hollywoodstreik US-Autoren marschieren groß auf
Los Angeles - Der Streik der US-Drehbuchautoren geht in die dritte Woche, ihre Aktionen werden offensiver. Gestern zog eine Karawane von mehreren Tausend Protestierender mitten über den Hollywood Walk of Fame. Der Zug durch die Gemeinde war die bisher größte Aktion seit Beginn des Arbeitsausstands Anfang November.
Bei ihrem Protestmarsch hatten die Kreativen prominente Unterstützung: Alicia Keys, amerikanischer Soul-Star, half kräftig mit Songs und Parolen. "Ich unterstütze euch, ich bin ebenfalls eine Schreiberin", tat sie kund.
Wie die "Los Angeles Times" berichtete, könnte nach Schätzungen des Filmverbands Film L.A. Inc. ein länger andauernder Streik täglich über 20 Millionen Dollar kosten.
Verbandschef Steve MacDonald warnte, wenn der Streik weitergehe, werde das enormen Einfluss auf die Wirtschaft in der Region und auf mittelständische Jobs haben. Er prognostizierte, dass ab Dezember über 60 TV-Produktionen brachlägen und damit die sonst üblichen Millionen-Investitionen der Unterhaltungsbranche ausfielen.
Durch den Streik sind bereits viele Produktionen in Los Angeles und New York lahmgelegt worden. Dreharbeiten zu beliebten TV-Serien wie "24", "Desperate Housewives" und "The Office" wurden bereits eingestellt.
Außerdem stehen Kinoproduktionen vor dem vorübergehenden Aus. Drehtermine für "Shantaram" mit Johnny Depp in der Hauptrolle, die Musicalverfilmung "Nine" oder Oliver Stones Drama "Pinkville" sind Monate nach hinten verschoben worden. Die Late-Night-Shows von Jay Leno und David Letterman senden nur noch Wiederholungen.
Seit Anfang November haben die in der Writer's Guild of America (WGA) organisierten Drehbuch- und Fernsehautoren ihre Arbeit niedergelegt. Ihr Ziel sind bessere Bezahlung für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet und auf DVDs.
In Hollywood hatte der letzte Autorenstreik im Jahr 1988 mehr als fünf Monate gedauert; die Kosten beliefen sich damals auf schätzungsweise 500 Millionen Dollar, das sind etwa drei Millionen Dollar am Tag. Für kommenden Montag ist eine neue Verhandlungsrunde der Kontrahenten angesetzt.
tho/dpa