Humor: Ein Bayer in New York - DER SPIEGEL
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Humor Ein Bayer in New York

Mit der Ausfuhr von Humorprodukten tut sich die Exportnation Deutschland traditionell schwer. Doch nun schickt sich einer der größten bayerischen Komiker posthum an, die USA zu erobern: Karl Valentin. Schon wird er mit Charlie Chaplin auf eine Stufe gestellt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Einige Werke Karl Valentins (1882 bis 1948) werden derzeit in einer New Yorker Galerie an der Fifth Avenue präsentiert - und die "New York Times" würdigte den Mann als "Charlie Chaplin Deutschlands". In der Ausstellung "Comic Grotesque" sind neben Fotos und Textdokumenten auch filmische Arbeiten wie das Frühwerk "Karl Valentins Hochzeit" von 1913 zu sehen.

Der Münchner Humorist, dessen Werke in Deutschland in oft sehr liebevollen Film-, CD- und Buchausgaben gesammelt sind, starb in großer Armut an einer Lungenentzündung. In den zwanziger Jahren stand Valentins Genie bei Künstlerkollegen wie Bertolt Brecht in hohem Ansehen. Schon lange verehren die Italiener "Carlo Valentino" - und nun wird in amerikanischen Kunstmagazinen sein Werk als "Concrete Comedy" besprochen und seine Fähigkeit gelobt, Alltagsgegenstände phantasievoll zu verfremden.

Über diesen späten Erfolg dürfte Valentin wohl gelacht haben: "Früher war auch die Zukunft besser", lautet einer seiner Aussprüche.