Informationssender XXP Gewinnzone im Visier
Berlin - "Wir können nicht sagen, wann wir in die schwarzen Zahlen kommen", sagte SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust am Montag anlässlich des zweiten Geburtstags des Informationssenders XXP. Um die Zukunft des TV-Programms braucht man sich dennoch keine Sorgen zu machen. Der Sender, eine 50-prozentige Tochter der SPIEGEL-Gruppe, finanziert sich im Moment aus den Gewinnen der 100-prozentigen SPIEGEL-Tochter SPIEGEL TV und schmiedet trotz Medienkrise Expansionspläne. Ziel sei es, bundesweit in allen Kabelnetzen präsent zu sein, sagte Aust. Dafür seien allerdings höhere Investitionen notwendig. Angesichts der anhaltenden Anzeigen- und Werbemisere sei man dabei jedoch im Moment zurückhaltend.
Am 7. Mai 2001 startete SPIEGEL TV gemeinsam mit der Produktionsfirma dctp (Development Company for Television Programs) des Autors Alxander Kluge den neuen Fernsehsender XXP. Seitdem wird täglich ein jeweils thematisch zusammenhängendes Programm mit umfassenden und hintergründigen Informationen geliefert. Was vor zwei Jahren als Metropolensender im Berliner Kabelnetzwerk begann, kann mittlerweile in Bremen, Bremerhaven, Hamburg, Leipzig, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz empfangen werden.
Durchschnittlich werden inzwischen täglich rund 510.000 Zuschauer erreicht, sagte Aust. Die Nettoreichweite konnte somit im ersten Quartal 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 130 Prozent gesteigert werden. Etwa ein Drittel der bundesdeutschen TV-Haushalte kann XXP empfangen. Gespräche für eine Einspeisung in das Kabelnetz in Baden-Württemberg werden bereits geführt.