"Islam-Cinema" Statt Unterricht ins Kino
Berlin - Wer in einem der fünf Filme des "Islam-Cinema morgens im Kino erwischt wird, muss keinen Eintrag ins Klassenbuch fürchten. Die Filmreihe ist eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung, und die verspricht auf ihrer Homepage sogar ein Geschenk für Schüler, die besonders viele Klassenkameraden mit ins Kino bringen. Zu sehen sind Produktionen aus den vergangenen drei Jahren, die den "muslimischen Alltag von innen zeigen sollen.
Warum zum Beispiel der gebürtige Libanese Roro Probleme damit hat, die Eltern für seine schwedische Freundin Lisa zu begeistern, erzählt die Komödie "Jalla! Jalla!, die im vergangenen Jahr erfolgreich in den deutschen Kinos lief. "Der Islam wird in den Schulen vernachlässigt. Wir haben keine pädagogische Praxis, die auf die Situation nach dem 11. September reagiert, sagte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale, am Montag. Die Filmreihe sei auch ein Angebot für die Lehrer zur lebendigen Gestaltung des Unterrichts.
Krüger will das kulturelle Wissen mit Filmen vermitteln, die für Jugendliche attraktiv sind. So ist auch Hollywoodstar Will Smith ("Men In Black) in einem Streifen über die Boxlegende Muhammad Ali zu sehen. Außerdem im Programm: Die iranische Produktion "Reise nach Kandahar oder "Propaganda aus der Türkei. Die Filme starten jeweils um 9.30 Uhr. Abends stehen Prominente wie der Hiphop-Musiker Torch, oder Buket Alakus, Regisseurin des Films "Anam, zum Internet-Chat bereit. Karten für die Vorführungen gibt es ebenfalls im Netz.