Japanische Kunst "Nichts als Schmutz"
Portland - Die Skulptur namens "Hiropon" ist offensichtlich weiblich - und überdimensioniert dazu. Ihre prallen Formen werden nur von einem pinkfarbenen Bikini zusammengehalten. Das Material: Harz, Stahl und Acrylfarbe. Ihr männlicher Gegenpart heißt "My Lonesome Cowboy", und beide sehen aus, als wären sie aus einem japanischen Comic entsprungen. Nur dass die beiden ungefähr zwei Meter groß sind - und augenscheinlich mit sich selbst beschäftigt. Das wiederum läßt den Besuchern der Ausstellung "Let's Entertain" keine Ruhe.
Geschaffen wurden die Skulpturen 1997 von dem Künstler Takashi Murakami aus Tokio. Seine Figuren sind Teil einer Wanderausstellung, die sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen Vergnügen, Spektakel, Pop-Kultur und zeitgenössischer Kunst auseinander setzt.
Das Thema, an dem sich die Gemüter erhitzen, ist nicht wirklich neu, die Meinungen bekannt: Von manchen der Besucher werden die Skulpturen als Kunst bezeichnet, für andere ist es schlicht Pornographie. Lars Larson, Moderator einer morgentlichen Show des lokalen Radiosenders KXL, beschwert sich: "Ich weiß nicht, wozu es gut sein soll, so etwas in einer öffentlichen Ausstellung zu zeigen."
An jedem Eingang des Museums sind Schilder aufgestellt, die Eltern davor warnen, versehentlich ihre Kinder mitzubringen. Larson sind diese Warnungen nicht genug: "Es ist für Kinder völlig ungeeiget." Der Stein des Anstoßes ist für ihn die knabenhafte Figur "My Lonesome Cowboy". Larson steht mit seinem Unbehagen nicht allein, verschiedene Besucher äußerten, sie fühlten sich unangenehm berührt oder einfach überrumpelt.
Die Generationsfrage scheint in dieser Debatte eine nicht ganz unwichtige Rolle zu spielen. "Die Austellung macht eine wichtige gesellschaftliche Aussage, es ist genau das, womit sich unsere Generation beschäftigt." Bruce Guenther, Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst, erklärte, es habe nur vereinzelte Klagen gegeben. Die meisten der Beschwerdeführer waren über fünfzig.