Joanne K. Rowling: Braune Brause, böser Zauber - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Joanne K. Rowling Braune Brause, böser Zauber

Was hat Harry Potter mit Coca Cola zu tun? Nichts. Außer dass das Unternehmen mit Bildern des in Kürze anlaufenden Kinofilms werben wird, dass Schriftstellerin Joanne K. Rowling kräftig daran verdient - und dafür jetzt heftige Schelte einstecken musste.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Kritiker werfen der Harry-Potter-Erfinderin vor, sie verbinde durch den Deal eine Ikone der Kinderliteratur mit einem Produkt, dass nichts mit der Phantasiewelt der Potter-Bücher zu tun habe. Für den Werbevertrag, den die Kinderbuchautorin Joanne K. Rowling, 35, mit dem Unternehmen abgeschlossen hat, erhält sie 16 Millionen Euro (umgerechnet rund 31 Millionen Mark), berichtet die "Daily Mail" am Donnerstag.

Coca Cola sei ein Produkt, "das die Leute normalerweise nun wirklich nicht mit Harry Potter assoziieren würden", sagte der Direktor des amerikanischen Zentrums für Wissenschaft im öffentlichen Interesse, Michael Jacobson. Tim Lang, Professor für Ernährungspolitik an der britischen Universität Thames Valley, sagte, der Vertrag mit Coca Cola habe eine britische Erfolgsstory verdorben: "Das sendet wirklich die falschen Signale." Jo Tanner vom britischen Zahnarztverband sagte, nun stehe Harry Potter für etwas, das schlecht für Kinder sei.

Rowling, die die bestverdienende Frau Großbritanniens ist, sagte zu ihrer Verteidigung, Coca Cola habe sich im Gegenzug zu einer Kampagne verpflichtet, die das Lesen unter Kindern fördern solle. "Und das ist eine Sache, an der ich ganz besonders interessiert bin."