Juli Zeh kritisiert große Koalition - DER SPIEGEL
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Autorin Juli Zeh "Große Koalition nimmt Thema Überwachung nicht ernst"

Die Schriftstellerin Juli Zeh erneuert in der Spähaffäre die Kritik an der Bundesregierung: Eine internationale Petition haben mittlerweile mehr als 1000 Autoren unterzeichnet. Im Mai wird Zehs neues Stück "Mutti" uraufgeführt - es handelt von der Kanzlerin.
Autorin Zeh: "Wie bringt man jemanden auf die Bühne, der sich nicht bewegt?"
Autorin Zeh: "Wie bringt man jemanden auf die Bühne, der sich nicht bewegt?"

Autorin Zeh: "Wie bringt man jemanden auf die Bühne, der sich nicht bewegt?"

Foto: Arno Burgi/ picture alliance / dpa
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Bonn/Hamburg - Die Autorin und Juristin Juli Zeh (39) sieht die große Koalition in der Spähaffäre in einer größeren Verantwortung. "Die große Koalition sträubt sich noch immer mit Händen und Füßen, das Thema Überwachung ernst zu nehmen", sagte sie in einem Interview. Es obliege der Politik, auch im digitalen Zeitalter eine Rechtssphäre zu schaffen, in der die Freiheit des Einzelnen gewahrt bleibe - sie finde nicht, dass sich der Einzelne selbst schützen müsse. "Wir ziehen uns schließlich auch keine schusssichere Weste an, bevor wir das Haus verlassen", so Zeh.

Die politisch engagierte Schriftstellerin hatte nach Bekanntwerden der NSA-Affäre einen Offenen Brief an Angela Merkel verfasst. Mittlerweile ist daraus ein internationaler Aufruf geworden, den mehr als 1000 Schriftsteller unterzeichneten.

Im Rahmen der Ruhrfestspiele wird derweil Zehs gemeinsam mit Charlotte Roos geschriebenes Stück "Mutti" uraufgeführt - ein Theaterstück über Merkel, das die vermeintlich notorischen Eigenschaften der Kanzlerin aufs Korn nehmen soll und dessen Absichten Zeh so formuliert: "Wie bringt man jemanden auf die Bühne, der sich kaum bewegt und selten etwas sagt?"

tha/dpa

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