Kanzler-Machtwort Museumsinsel wird fertig gebaut
Berlin - Auch in Zukunft soll die rund eine Milliarde Euro, die der Bund jährlich für Kultur ausgibt, nicht als Subvention, sondern als Zukunftsinvestition eingestuft werden, so Gerhard Schröder (SPD) bei einem Koalitionstreffen. Der Kanzler will dadurch die Kulturzuschüsse vom angedachten Subventionsabbau ausnehmen. Hauptprofiteur der Vorgabe des Kanzlers ist Berlin - mit rund 400 Millionen Euro unterstützt der Bund jährlich die marode Hauptstadt, mehrere Kultureinrichtungen hat der Bund ganz übernommen.
Schröder sprach auch ein Machtwort in Sachen Museumsinsel - sie solle zügig weitergebaut werden. Bislang hatte Finanzminister Hans Eichel selbst Planungen für den Wiederaufbau einiger Teile der Museumslandschaft in der Mitte Berlins blockiert. Auch den Erhalt der drei Berliner Opernhäuser innerhalb einer gemeinsamen Opernstiftung befürwortet Schröder.
Des Kanzlers Einsatz für Berlin ist nicht ganz ohne Eigennutz: Spätestens 2006, im Jahr der Fußballweltmeisterschaft und Bundestagswahl, sollen aus der Hauptstadt keine neuen Horrorbotschaften über Schließungen von Kultureinrichtungen mehr kommen. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit dürfte davon profitieren - auch er stellt sich 2006 zur Wahl.