Kiewel-Nachfolge: Sender sucht Frau - DER SPIEGEL
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Kiewel-Nachfolge Sender sucht Frau

Das Rennen um die Nachfolge der entlassenen "Fernsehgarten"-Moderatorin Andrea Kiewel ist eröffnet: Das ZDF hätte am liebsten Inka Bause, die bei RTL gerade erfolgreich flirtende Landwirte betreute. Aber auch andere Namen sind in Mainz im Gespräch.
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Hamburg/Frankfurt am Main - Die Leipziger Schlagersängerin und der Mainzer Sender, das ist schon etwas länger eine schlagende Verbindung: Einst trat Inka Bause in der ZDF-Hitparade auf, 2004 moderierte sie zusammen mit Thomas Ohrner den "Hüttenzauber". Jetzt ist Bause, in jüngster Zeit vor allem durch ihre Betreuung der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau" bekannt, als Nachfolgerin von Andrea Kiewel beim "ZDF-Fernsehgarten" im Gespräch. Die 39-Jährige sei die Wunschkandidatin des Senders, berichtet die "Bild am Sonntag".

Doch Bause ist nicht die einzige Nachfolgekandidatin. Als weitere Anwärterinnen nannte die Zeitung Barbara Schöneberger, Mirjam Weichselbraun, Mareile Höppner sowie die Schweizer Volksmusik-Sängerin Francine Jordi. Eilig haben es die Mainzer jedoch nicht: Das Open-Air-Format "Fernsehgarten" wird nur von Mai bis September veranstaltet.

Das ZDF hatte sich vergangene Woche von Andrea Kiewel getrennt, nachdem die Moderatorin in der Talk-Sendung von Johannes B. Kerner Schleichwerbung für den Diät-Konzern Weight Watchers gemacht hatte. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut erklärte der "Bild am Sonntag", dass Kiewel nicht nur in der Kerner-Sendung am 23. Januar 2007 über ihren Vertrag mit Weight Watchers die Unwahrheit gesagt hatte, sondern auch bei der anschließenden Nachfrage.

Die für Aufdeckung von Schleichwerbung eingesetzte "Clearing-Stelle" beim Sender sei nach der Sendung aufmerksam geworden. Kiewel hatte auffällig häufig die Diät-Organisation genannt. Bellut sagte: "Wir haben das bemängelt und nachgefragt. Wir bekamen damals die Auskunft, dass es keine Verträge dieser Art, wie wir sie heute kennen, gibt." Von einem Werbevertrag mit der Klausel, dass Kiewel die Firma in Sendungen "aktiv erwähnen solle", sei dem ZDF auf Nachfrage nichts mitgeteilt worden. Dass Kiewel mit Weight Watchers seit 2001 einen Vertrag über Werbeaktivitäten unterhielt, war erst vergangene Woche bekannt geworden.

Bellut erklärte der "Bild am Sonntag", Kiewels Vorgehen sei etwas völlig anderes, als wenn ein ZDF-Moderator in einem Werbespot für etwas werbe. "Gottschalk oder Kerner trennen das von ihren Sendungen oder Auftritten, wo sie zu Gast sind, thematisieren das nicht. Werbung ist dann möglich, wenn Moderatoren das und das ZDF die Genehmigung dafür gibt." Seit einem Jahr müssten sich die Moderatoren Werbe-Engagements auch schriftlich genehmigen lassen, sagte Bellut.

Grundsätzlich gelte, Werbung sei dann möglich, wenn Moderatoren das anmeldeten und das ZDF die Genehmigung dafür gebe. "Diese Genehmigung hat natürlich unter anderem zur Bedingung, dass dieses Engagement nicht in redaktionelle Teile einfließt", fügte der ZDF-Programmdirektor hinzu.

Der Rauswurf wird für Andrea Kiewel von ZDF-Seite keine juristischen Konsequenzen nach sich ziehen, sagte Bellut. "Wir bedauern diesen Schritt nach wie vor sehr. Sie ist eine gute Moderatorin", sagte er. Er denke nicht, dass dies das Karriere-Ende für die 42-Jährige sein wird.

bor/AP/ddp

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