"König der Satire" Art Buchwald ist tot
Washington - Mit seinen Betrachtungen über Politik und Alltag in den USA hatte Buchwald über Jahrzehnte Kritiker und Leser begeistert. Der als 'König der Satire" gefeierte Autor schrieb mehr als 30 Bücher; seine scharfzüngigen Kolumnen erschienen in vielen Zeitungen. 1982 erhielt Buchwald den Pulitzer-Preis, die höchste journalistische Auszeichnung der USA. Buchwalds letzte Jahre waren von schwerer Krankheit geprägt, an der er seine Fans mit viel Galgenhumor Anteil nehmen ließ.
Die journalistische Karriere des 1925 im Bundesstaat New York geborenen Humoristen begann nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er als Marineinfanterist gekämpft hatte. Ende der vierziger Jahre ging er nach Paris und startete seine erfolgreiche Kolumne für den "New York Herald Tribune". Die französische Hauptstadt wurde für 14 Jahre sein Zuhause, immer mehr Zeitungen in den USA druckten seine spitz formulierten Betrachtungen. Einige seiner Kolumnen gehören heute zu den Klassikern des satirischen Journalismus. 1962 kehrte Buchwald in die USA zurück und begann seine Arbeit für die "Washington Post", die er bis zu seinem Tod fortführte.
Der Publizist war mit der Autorin Ann McGarry verheiratet, die 1994 starb. In seinen letzten Jahren machten ihm gesundheitliche Probleme zu schaffen: Wegen eines Nierenleidens war er auf tägliche Dialysebehandlung angewiesen, Anfang 2006 wurde ihm ein Bein amputiert. Kurz darauf kündigte er in einem Interview an, auf die Dialyse zu verzichten und sich für den Tod zu rüsten. Er wolle nun "das letzte Hurra" genießen. In einer Kolumne schrieb er: "Ich hätte nie gedacht, dass Sterben so viel Spaß macht."
Der legendäre Satiriker sei im Alter von 81 Jahren in seinem Haus in Washington an den Folgen von Nierenversagen gestorben, erklärte sein Sohn Joel der Nachrichtenagentur AFP.
dan/AFP