Kongresse: Frankfurter Zukunftshickhack - DER SPIEGEL
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Kongresse Frankfurter Zukunftshickhack

Die Main-Metropole will sich mit einem großen Zukunftskongress zur Buchmesse wieder als Standort der Denker profilieren. Doch das Vorhaben droht, im Terminstreit mit dem Börsenverein des Buchhandels zu scheitern.
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s ist schon eine Weile her, dass Frankfurt am Main nicht bloß als Stadt des großen Geldes berühmt war, sondern auch als Residenz der großen Geister: An Glanzzeiten, in denen Denker wie Theodor W. Adorno von hier aus Kluges und Aufrüttelndes verkündeten, soll ein großer Kongress anknüpfen. "Frankfurt Futura Mundi ­ Bridges for a World Divided", heißt das für Oktober geplante Intellektuellen-Forum zur Zukunft der Welt, für das man Prominente wie Uno-Chef Kofi Annan geladen hat; zugesagt haben bereits internationale Debatten-Stars wie die kanadische Autorin Naomi Klein ("No Logo!") und der Harvard-Kulturwissenschaftler Homi K. Bhabha.

Nun aber ist um die Tagung ein seltsamer Terminstreit losgebrochen: Beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Veranstalter der Frankfurter Buchmesse und Mitinitiator des Kongresses, ist man plötzlich der Ansicht, der von der renommierten Maleki Group organisierte Intellektuellen-Aufmarsch müsse von der Buchmesse abgekoppelt werden: Offenbar sorgen sich die Börsenvereinler, der Kongress könne dem traditionellen Festakt zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die Schau stehlen.

Der Chef der Futura-Mundi-Organisatoren, Nader Maleki, verweist auf millionenteure Vorbereitungen und findet eine Verschiebung der Tagung indiskutabel: "Eine Terminverschiebung wäre gleichbedeutend mit einer Absage." Buchmessen-Chef Lorenzo Rudolf dagegen sieht das Hickhack gelassen. Die Terminfrage werde sich bald in der "internen Diskussion" klären. Würde der Zukunfts- und Friedenskongress tatsächlich platzen, wäre der Denkerstandort Frankfurt mal wieder gründlich blamiert.