Kopflos: "Idomeneo"-Requisiten verschwunden - DER SPIEGEL
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Kopflos "Idomeneo"-Requisiten verschwunden

Erst wird die "Idomeneo"-Aufführung der Deutschen Oper wegen angeblicher Islamfeindlichkeit abgesetzt, dann wieder aufgenommen. Jetzt fehlen die wichtigsten Requisiten: Pappmaché-Köpfe von Mohammed, Jesus und Buddha.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die umstrittene Berliner Inszenierung von Mozarts "Idomeneo" wird wieder in den Spielplan aufgenommen, auch wenn momentan vier wichtige Köpfe fehlen. Eine Sprecherin der Deutschen Oper in Berlin bestätigte, dass aus der Requisitenkammer des Opernhauses die Köpfe von Jesus, Buddha, Mohammed und des griechischen Gottes Poseidon verschwunden seien.

Einen Diebstahl schloss die Sprecherin aus – die Requisiten seien hausintern verliehen und dabei verloren gegangen. Die Wiederaufnahme des Stückes sei trotzdem nicht gefährdet: "Sollten sie nicht rechtzeitig wieder auftauchen, werden auf jeden Fall neue Köpfe hergestellt." In der Schlussszene der Oper präsentiert König Idomeneo die abgeschlagenen Köpfe der Religionsstifter.

Die Inszenierung von Hans Neuenfels war aus Angst vor islamischen Terroranschlägen abgesetzt worden. Die Berliner Sicherheitsbehörden hatten wegen der Schlussszene intern vor möglichen Anschlägen gewarnt.

Intendantin Kirsten Harms entschloss sich vor wenigen Wochen, das Stück doch wieder in den Spielplan aufzunehmen. Gründe waren eine erneute Gefahrenanalyse durch das Landeskriminalamt und heftige, zum Teil internationale Kritik an der Absetzung.

Die nächsten Aufführungen stehen am 18. und am 29. Dezember auf dem Programm.

ner/dpa/AP

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