Fotograf Malcolm Browne: Bestürzende Bilder aus Vietnam
Vietnam-Krieg Fotograf Malcolm Browne ist tot
New York - Während des Vietnam-Kriegs, im Jahr 1963, schoss Malcolm Browne eines der berühmtesten Pressefotos der Welt: Er dokumentierte die Selbstverbrennung des Mönchs Thich Quang Duc, der sich in Flammen gesetzt hatte, um gegen die Unterdrückung seiner buddhistischen Glaubensbrüder zu protestieren.
Das Bild wurde zu einer Ikone der sechziger Jahre. Der damalige US-Präsident John F. Kennedy sagte über die Aufnahme, "kein Pressefoto hat weltweit mehr Gefühle ausgelöst als dieses hier". Fast 30 Jahre später war es auf der Hülle der ersten Platte von "Rage Against the Machine" zu sehen.
Mit diesen und anderen Bildern avancierte Browne zu einem der wichtigsten Fotografen seiner Generation. In diesem Jahr sind bereits drei seiner engen Kollegen aus dem Leben geschieden: der Korrespondent George Esper starb im Februar, der Autor Roy Essoyan im März und der deutsche Fotograf Horst Faas im Mai.
"Wir haben in diesem Jahr vier legendäre Journalisten aus dem großen AP-Büro in Saigon verloren," teilte ihr Kollege Richard Pyle mit, der fünf Jahre lang vom Vietnam-Krieg berichtete und das Büro in den Jahren 1970 bis 1973 leitete. "Ich fürchte, wir verlieren sie jetzt alle."
Die Kriegsreporter um Browne brachten die Realität des Vietnam-Konflikts in einer erschreckenden, bis dahin nicht gekannten Detailgenauigkeit in amerikanische Wohnzimmer. Die Korrespondenten arbeiteten häufig unter gefährlichen Bedingungen, ihre Arbeit setzte neue Maßstäbe für die Krisenberichterstattung und inspirierte viele Journalisten in ihrem Gefolge.
Browne war eigentlich Chemiker und hatte dabei nach einem Ersatz für den Pflanzensaft Chicle gesucht - damals noch Grundstoff für Kaugummi. Bei der Army im Nachkriegskorea sollte er für die Armeezeitung "Stars and Stripes" schreiben - und fand so zum Journalismus. Der Seiteneinsteiger machte erst bei der Nachrichtenagentur AP Karriere, bevor er zur "New York Times" ging. Im Jahr 1993 sagte er, sein Leben sei phantastisch: "Es bietet die größtmögliche Variation von Erfahrungen. Deshalb bin ich Journalist geworden."
Malcolm Browne starb am Montag in der Stadt Hanover im US-Staat New Hampshire, vermeldete am Mittwoch sein früherer Arbeitgeber, die "New York Times". Browne wurde 81 Jahre alt. Er litt an Parkinson.