Künstler-Legende Frida Kahlo Unbekannte Kunstschätze ausgestellt
Mexiko-Stadt - Zum 100. Geburtstag von Frida Kahlo wird erstmals eine Sammlung von unveröffentlichten Zeichnungen und persönlichen Gegenständen der Künstlerin gezeigt.
Die Ausstellung in der "Casa Azul" (Blaues Haus), dem ehemaligen Wohnhaus von Frida Kahlo, solle nicht zuletzt der Mythenbildung um diese besondere Frau entgegenwirken, sagte Museumsdirektorin Hilda Trujillo. Die Sammlung enthält 22.105 Dokumente, 5.387 Fotos, 179 Kleidungsstücke und mehr als 6.000 Bücher und Zeitschriften - eine wahre Fundgrube für Frida-Kahlo-Forscher. Die meisten Stücke waren in Koffern und Schränken verborgen, die jahrzehntelang nicht geöffnet worden waren.
Die Hinterbliebenen von Frida Kahlo und ihrem Mann Diego Rivera sorgten sich, dass der Inhalt der Schränke das Bild des Künstlerpaars kompromittieren könnte. Erst 2004 öffneten Kuratoren des Museums die Schätze. "Mit dieser Entdeckung lernen wir eine Frida kennen, die mehr war als eine Intellektuelle", sagte Trujillo. "Wir erkennen, dass sie zutiefst kreativ und fleißig war."
Zu der Sammlung gehören auch 30 fotografische Selbstporträts des Vaters Guillermo Kahlo. Diese haben Frida Kahlo möglicherweise zu ihren einzigartigen Selbstporträts inspiriert, in denen sie ihre körperliche Verletzung (1925 wurde sie beim Zusammenstoß eines Omnibusses und einer Straßenbahn in Mexiko-Stadt schwer verletzt), ihre an Tumulten reiche Ehe und die Trauer verarbeitet hat, keine Kinder bekommen zu können. "Dies ist ein Archiv voller Leben", sagte Ausstellungskurator Pablo Ortiz, "angefangen bei den Küssen auf den Fotos bis zu den hingekritzelten Notizen auf der Rückseite."
Die Ausstellung in der Casa Azul kann ab 6. Juli besucht werden, dem Geburtstag der Künstlerin. Schon in dieser Woche wurde eine Gedenkausstellung im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt eröffnet.
bos/ap