Künstler-Ranking: Schwarz, Rot - Kunst - DER SPIEGEL
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Künstler-Ranking Schwarz, Rot - Kunst

Deutsche Gegenwartskunst boomt - das zeigt auch das renommierte jährliche Ranking des Wirtschaftsjournals "Capital". Gerhard Richter und Sigmar Polke sicherten sich den ersten und dritten Platz des "Kunstkompass 2006".
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Köln - Der deutsche Maler Gerhard Richter ist der gefragteste Künstler der Gegenwart. "Capital" vergibt im "Kunstkompass" Punkte für Ausstellungen, Publikationen und verkaufte Werke. Anhand dieser Kriterien verwies Richter den amerikanischen Konzeptkünstler Bruce Naumann auf den zweiten Platz – mit 16.650 Punkten Vorsprung.

Rang drei besetzt ein weitere deutscher Künstler: Der Kölner Maler und Fotograf Sigmar Polke. Richters verwischte Fotoadaptionen und Polkes Rasterbilder finden vor allem bei amerikanischen Sammlern reißenden Absatz - ihre Werke brachten auf Versteigerungen Rekordsummen ein.

Auch auf dem nächsten Platz findet sich eine deutsche Position: Rosemarie Trockel. Die Künstlerin schaffte es mit ihren feministischen Strickbildern auf Rang vier. Die Französin Louise Bourgeois, die beklemmende Installationen zur Sexualität entwirft, folgt auf der fünften Position.

Die "größte Überraschung" bereitete laut "Capital" der dänische Installationskünstler Olafur Eliasson, weil er von der 15. Position auf Platz 9 des Rankings sprang. Er hatte im Oktober 2003 für Aufmerksamkeit gesorgt, als er in der Londoner Tate Modern einen diesigen Sonnenuntergang mit dem Titel "The Weather Project" inszenierte.

Dem Düsseldorfer Maler Jörg Immendorf gelang laut "Kunstkompass" ein "eindrucksvoller Aufstieg": Er kletterte von Platz 42 auf Rang 13. Damit steht er auf der Liste der Aufsteiger an dritter Stelle. Der Künstler sei trotz seiner tödlichen Nervenkrankheit "produktiv wie nie zuvor" gewesen. Die Liste der Aufsteiger führt die iranische Videokünstlerin Shirin Neshat an. Sie beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Geschlechterfragen im Islam.

Auch das enfant terrible der Theaterszene, Christoph Schlingensief, fehlt in dieser Rangliste nicht. Mit einer Museumsinstallation verdiente er sich unter den Top 100 immerhin Platz 92.

Erstmals in der Liste vertreten sind der Deutsche Jonathan Meese, die Italienerin Monica Bonvicini, die Briten Rachel Whiteread und Liam Gillick sowie Tacita Dean, Barbara Kruger und der albanische Videokünstler Anri Sala.

amg/dpa