Künstlergruppe Zero Oskar Holweck gestorben
St. Ingbert - Oskar Holweck gehörte zu den wichtigsten deutschen Vertretern Konkreter Kunst nach 1945. Nach seinem Studium der Malerei beim Bauhausschüler Boris Kleint in Saarbrücken schloss sich Holweck 1958 der kurz zuvor von Heinz Mack und Otto Piene in Düsseldorf gegründeten Künstlergruppe "Zero" an.
"Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang", verkündeten die "Zero"-Künstler in ihrem Manifest. Sie brachen radikal mit der deutschen Nachkriegskunst und schufen eine Gegenströmung zur informellen Malerei. Die Stunde Null der Kunst zeigte sich in den reinen, ungegenstandlichen Formen und monochromen Farben. Deshalb verwendete Holweck zunächst in seinen Werken ausschließlich schwarze Tusche, die er auf weißes Papier rinnen ließ.
Papier blieb über einen Zeitraum von über 40 Jahren das bevorzugte Arbeitsmaterial Holwecks. Er entwickelte zahlreiche künstlerische Methoden, um Papier zu bearbeiten. Seine Papierobjekte entstanden durch Zerreißen, Zerschneiden, Pressungen und Faltungen.
Im Jahr 1972 wurde Holweck zum Kunstprofessor berufen: Als Leiter der Klasse "Grundlehre" an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, sowie als Leiter der Gestaltungslehre im Fachbereich Design an der Fachhochschule des Saarlandes (bis 1989) trug er maßgeblich zur Weiterentwicklung der Gestaltungslehre des Bauhaus bei.
Holweck lehnte 1958 und 1972 Einladungen zur documenta in Kassel ebenso wie etliche Berufungen an andere Kunsthochschulen ab.
Der gebürtige Saarländer starb bereits am 30. Januar im Alter von 82 Jahren. Die Nachricht von seinem Tod sei erst jetzt bekannt geworden, teilte das Rathaus in St. Ingbert mit.
albi/dpa