Kultursenator Stölzl warnt: "Genius und Geldsack sind nicht voneinander zu trennen" - DER SPIEGEL
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Kultursenator Stölzl warnt "Genius und Geldsack sind nicht voneinander zu trennen"

Der Berliner Kultursenator Christoph Stölzl hat "Runde Tische" im Kulturbereich vorgeschlagen und davor gewarnt, "Geld gegen Politik" auszuspielen.
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Berlin - Stölzl kündigte an, künstlerische Leitungen künftig noch enger als bisher mit der Verantwortung für den finanziellen Bereich zu koppeln. "Genius und Geldsack sind nicht voneinander zu trennen", sagte der parteilose Politiker am Montag im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. "Wir wünschen uns Intendanten als Hausvater, die auch in Berlin wohnen und hier arbeiten."

Den wichtigsten Handlungsbedarf sieht Stölzl im Opernbereich. "Mit der insularen Lösung der Musiktheater kommen wir nicht weiter. Wir sind auch zu arm, um drei Opernhäuser nach Münchner Muster zu betreiben. Es kann also so nicht weitergehen", meinte er. Es gehe jetzt um eine starke Abstimmung untereinander und eine Bündelung aller Ressourcen. Es gebe verschiedene Varianten von der Bildung einer GmbH bis zu einer Aktiengesellschaft. Die künstlerische Autonomie solle nicht beeinträchtigt werden. "Es gibt aber keine künstlerische Freiheit ohne geschäftliche Sicherung."

Die Berliner Philharmoniker stehen nach Angaben Stölzls vor der Entscheidung. Sie könnten, wie es von ihrem designierten Chefdirigenten Simon Rattle verlangt wird, die bisherige doppelte Rechtsform als staatliches Orchester und als private Gesellschaft (die die Medienrechte verwertet) aufgeben. "Wir alle möchten, dass Rattle kommt, das ist unbestritten", betonte Stölzl. Die Frage sei, welche Konsequenzen dessen Forderung habe. "Soll Berlin den Musikern einen Ersatz für die Einnahmen aus den Medienaktivitäten zahlen oder soll das Orchester, das sich diesen Dirigenten ja ausdrücklich ausgewählt hat, auch den Preis dafür bezahlen?", fragte Stölzl.