Kunst-Ausstellungen "Berlin ist MoMA"
Berlin - Der Bundespräsident bleibt seinem Ruf treu, ein Pragmatiker zu sein. Horst Köhlers Idee einer Sonderausstellung, die die bedeutendsten Kunstwerke der Berliner Museen unter einem Dach vereint, um den Erfolg der "MoMA in Berlin"-Schau zu wiederholen, trifft bei Kulturpolitikern auf wenig Gegenliebe: "So ein Sondermuseum gibt es in Berlin bereits, nur auf mehrere Standorte verteilt", sagte Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Staatlichen Museen in Berlin mit ihren 17 attraktiven Häusern hätten allein im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Besucher angelockt.
Ähnlich sieht es der Berliner Kultursenator Thomas Flierl (PDS). "Wenn wir die Museumsinsel fertig gestellt haben und eines Tages der Neubau auf dem Schlossplatz mit seiner teilweisen Nutzung durch die außereuropäischen Museen zur Verfügung steht, dann gibt es zwei große und bedeutende 'Dauerausstellungen' in Berlin", sagte Flierls Sprecher Thorsten Wöhlert der Agentur. Er verwies darauf, dass alleine das Pergamonmuseum jährlich 850.000 Besucher anziehe.
Beflügelt vom Erfolg der Ausstellung mit ausgewählten Werken des New Yorker "Museums of Modern Art" (MoMA) in der Neuen Nationalgalerie, die gestern ihren millionsten Besucher feierte, hatte Bundespräsident Horst Köhler, 61, gegenüber der "Bild"-Zeitung angeregt, "aus allen Museen eine Ausstellung zusammen zu stellen, die mindestens so viele Besucher hätte wie die MoMA".
Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, fühlt sich hingegen von Köhlers Anregung inspiriert: Schon jetzt seien zwar im Pergamonmuseum die Meisterwerke von drei Museen vereint - Vorderasiatisches Museum, Islamisches Museum und Antikensammlung lockten jährlich über eine Million Besucher an. Der Vorschlag des Bundespräsidenten gebe allerdings nachdrücklich Anlass zu der Überlegung, "die Highlights der Skulpturensammlung und der Gemäldegalerie Alter Meister im Bodemuseum zu konzentrieren", dessen Wiedereröffnung 2006 vorgesehen ist.
Nach Schusters Vorstellung ließen sich dann am Kulturforum Potsdamer Platz die Meisterwerke des 20. Jahrhunderts aus vier Museen vereinen: Nationalgalerie, Kunstgewerbemuseum, Kupferstichkabinett und Kunstbibliothek. Wenn der Bund und Berlin gemeinsam für das Schloss-Areal eine Lösung mit den außereuropäischen Sammlungen ermöglichten, "dann wäre nicht länger 'MoMA in Berlin' - dann gilt: 'Berlin ist MoMA - Metropolis of Museum Art'", so Schuster.