Kunst-Restitution: Getty-Museum verprellt Italien - DER SPIEGEL
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Kunst-Restitution Getty-Museum verprellt Italien

Das Getty-Museum wird Italien antike Kunstwerke zurückerstatten - allerdings nicht alle. Das italienische Kulturministerium reagierte frostig. "Überraschung und Enttäuschung" bestimmen erneut das Klima.
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Rom – Das Angebot des amerikanischen Getty-Museums sei eine "Ohrfeige" schrieb die römische Zeitung "La Republica". Italien ärgert sich insbesondere darüber, dass das Haus die beiden wichtigsten antiken Werke nicht wieder herausgibt: eine weltberühmte und wertvolle Aphrodite-Statue aus einem griechischen Tempel auf Sizilien und die Bronzefigur eines griechischen Athleten.

Nach Ansicht des Getty-Museums habe Italien keine "rechtlich gültigen Ansprüche" auf die Aphrodite, da es bisher keinen Beweis für einen Diebstahl gebe. Das Museum wolle dem selbst nachgehen. Die Athleten-Statue habe das Getty-Museum erworben, nachdem sie 1964 in internationalen Gewässern gefunden worden war. Damals hatte ein italienisches Gericht erklärt, dass nicht erwiesen sei, dass die antike Bronzeskulptur Italien gehöre.

Mehr als zwanzig weitere Objekte fordert die italienische Regierung zurück – das amerikanische Museum hat die Verhandlungen jedoch abgebrochen. Zuvor hatte Italien mit einem "kulturellen Embargo" gedroht – dem Getty-Museum sollten Recherchen in Italien und Leihgaben aus dem Land verweigert werden. Der Direktor des Getty-Museums, Michael Brand, hatte dem italienischen Kulturminister allerdings erklärt, dass er "tief betrübt" über das Scheitern der Verhandlungen sei. Er ziehe es vor, wenn beide Parteien zusammen arbeiten würden, schließlich gehe es um die Erhaltung von Weltkulturerbe.

Die frühere Getty-Kuratorin, Marion True, und der amerikanische Kunsthändler Robert Hecht müssen sich zurzeit in Rom vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Sie hätten wissentlich mit gestohlenen Kunstschätzen gehandelt. Über vierzig Werke wird verhandelt, die das Getty-Museum in den achtziger und neunziger Jahren erwarb und ausstellte - darunter etruskische Fresken und griechische Vasen.

amg/dpa