Kunst ...und danke für den Mist!
Zum Wohle der drei Elefanten Mya, Layang Layang und Dilberta lässt der Künstler Chris Ofili jetzt eines seiner Bilder bei der am Donnerstag begonnenen New Yorker Kunstmesse "Armory Show" versteigern. Denn ohne sie wäre es für den 1998er Gewinner des Turner Preises der Londoner Tate Gallery of Art unmöglich, seine Bilder zu kreieren.
Eine "essentielle Komponente" seiner Arbeit ist nämlich Elefantendung, und da die drei Dickhäuter in dieser Hinsicht "so großzügig" zu ihm gewesen sind, will er sich dafür nun bei ihnen erkenntlich zeigen. Der Erlös des von ihm durch einen Makler versteigerten Bildes, "Triple Couple 2001-2002", wird auf 60.000 Dollar geschätzt und soll einem neuen Spielplatz für die drei Elefanten zugute kommen - samt Wasser- und Futterspender.
Ofili bedauert, dass er nicht selbst nach New York kommen kann, denn er "liebt New York, so wie es auf dem T-Shirt steht". Und dass, obwohl sein 1999 im Rahmen der "Sensation" Ausstellung im Brooklyn Museum of Modern Art gezeigtes Bild "The Holy Virgin Mary" nur auf sehr wenig Gegenliebe seitens des damaligen Bürgermeisters Giuliani stieß. Dieser bezeichnete Ofilis Darstellung einer mit Elefantendung verzierten schwarzen Madonna als "sick stuff" und machte damit "The Holy Virgin Mary" zum sowohl umstrittensten als auch bekanntesten Bild des britischen Künstlers. Um weiteren "Entartungen" dieser Art Einhalt zu gebieten, drohte Guiliani dem Museum damals sogar mit einer Etatbeschneidung und rief eine Pietätskommission zur künftigen Kontrolle von mit öffentlichen Geldern finanzierten Ausstellungen ins Leben.
Der Arbeitsweise Ofilis hat diese Kontroverse keinen Abbruch getan, denn auch bei "Triple Couple 2001-2002" hat er wieder auf die Exkremente der drei Elefanten zurückgegriffen. Und dass dies auch so bleiben wird, davon ist Chris West, Direktor des bei London gelegenen "Whipsnade Wild Animal Park", überzeugt. Er sagte laut BBC, dass seine drei Schützlinge auch von ihrer neuen Heimat aus, in die sie zwecks Vermehrung im vergangen Monat vom Londoner Zoo umgesiedelt wurden, Mr. Ofili weiterhin "konstant mit Nachschub" versorgen werden. Durch die angenehme Atmosphäre des geplanten Spielplatzes und die vier zusätzlichen Artgenossen in dem Wildpark wird Ofili, so hofft auch der Direktor des Londoner Zoos Mr. Lindsay, in Zukunft "sogar noch größere Gemälde machen können".