Kunstbiennale: Farbrausch in Venedig - DER SPIEGEL
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Kunstbiennale Farbrausch in Venedig

Mehr als 350 Künstler aus 65 Ländern werden bei der 49. Kunstbiennale in Venedig ihre Werke in den nationalen Pavillons ausstellen. Eine Einstimmung in Bildern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Mittelpunkt der diesjährigen Biennale mit dem Motto "Plateau der Menschheit" stehen Arbeiten, die sich mit ethnischen, politischen und religiösen Konflikten im Zeitalter der Globalisierung befassen.

Den deutschen Pavillon gestaltet der bislang wenig bekannte Künstler Gregor Schneider . Der 1969 geborene Rheinländer baut Räume in vorhandene Räume, Fenster öffnen sich zu neuen Fenstern, Türen führen vor kahle Mauern oder in Abgründe. Bisweilen drehen sich in seinem "Haus ur" die Räume, senken sich Zimmerdecken, gaukeln Scheinwerfer Sonnenlicht vor. Der deutsche Biennale-Kommissar Udo Kittelmann, der Schneiders Werk auswählte, sagte, dass es "authentisch und äußerst individualistisch" sei. Mit dem "Haus ur" werde der "Status quo des Betrachters im Denken über Kunst in Frage gestellt".

Ein Werk der spanischen Künstlerin Ana Laura Alaez

Ein Werk der spanischen Künstlerin Ana Laura Alaez

Foto: REUTERS
Überlebensgroße Statue eines Jungen: Eine Arbeit von Ron Mueck

Überlebensgroße Statue eines Jungen: Eine Arbeit von Ron Mueck

Foto: AFP
Glasarbeit des Spaniers Javier Perez

Glasarbeit des Spaniers Javier Perez

Foto: AFP

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"Wir wollen die 'andere Wahrheit' ins Licht rücken - die Wahrheit der Künstler, ohne die das Verstehen unserer Zeit unvollständig bleiben würde", hatte der Biennale-Präsident Paolo Baratta bei einer Vorstellung des Programms in Berlin betont. Im amerikanischen Pavillon werden Werke des New Yorker Bildhauers Robert Gober gezeigt, der eine Installation mit symbolträchtigem Strandgut gestaltet hat.

Prostituierte, die sich zum 1. "Sex Workers" Kongress in Venedig treffen, nutzen die Aufmerksamkeit der Presse

Prostituierte, die sich zum 1. "Sex Workers" Kongress in Venedig treffen, nutzen die Aufmerksamkeit der Presse

Foto: EPA/DPA
Der Künstler Ernesto Neto hat die Deckenkonstruktion entworfen

Der Künstler Ernesto Neto hat die Deckenkonstruktion entworfen

Foto: EPA/DPA
Eine Skulptur des US-Amerikaners Paul Pfeiffer

Eine Skulptur des US-Amerikaners Paul Pfeiffer

Foto: AFP

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England wird durch den mit Wortspielen und Maskeraden arbeitenden Mark Wallinger vertreten, Frankreich von dem Videokünstler Pierre Huyghe. Auf dem Gelände der Giardini di Castello zeigen 32 Länder in eigener Verantwortung ihre Beiträge zur aktuellen Kunst. In weiteren Ausstellungsräumen der Lagunenstadt werden Arbeiten etwa aus den baltischen Staaten und aus den südamerikanischen Ländern präsentiert.

Der Bildhauer Richard Serra (USA) gilt als Klassiker und wird wegen seiner klaren Formen gelobt

Der Bildhauer Richard Serra (USA) gilt als Klassiker und wird wegen seiner klaren Formen gelobt

Foto: AP
Der Finne Roy Vara bei einer Performance vor einem Bild des Malers Cy Twombly

Der Finne Roy Vara bei einer Performance vor einem Bild des Malers Cy Twombly

Foto: REUTERS
Das Gemälde im Hintergrund stammt vom Amerikaner Twombly

Das Gemälde im Hintergrund stammt vom Amerikaner Twombly

Foto: AFP

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Im Arsenal, dem restaurierten Waffendepot der einstigen Großmacht Venedig, sind unter der Verantwortung des Ausstellungsmachers Harald Szeemann 110 Werke von Künstlern aus aller Welt zu sehen. Als Ausgangspunkt wählte der Schweizer zwei Werke von Joseph Beuys, darunter die steinerne Skulptur "Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts" aus dem Museum Hamburger Bahnhof in Berlin. Neben neu entdeckten Künstlern aus aller Welt werden auch Arbeiten von "Klassikern" des 20. Jahrhunderts präsentiert, darunter der amerikanische Maler Cy Twombly und sein Landsmann, der Bildhauer Richard Serra.

Für das Publikum ist die Ausstellung ab dem 10. Juni bis 4. November geöffnet.

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