Kunstdiebstahl: Millionenbeute in Wiener Museum - DER SPIEGEL
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Kunstdiebstahl Millionenbeute in Wiener Museum

Aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien ist eine Skulptur des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini (1500-1571) im Wert von rund 50 Millionen Euro gestohlen worden. Dabei sei von einem Auftragsverbrechen auszugehen.
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Wien - Bei der gestohlenen Skulptur handelt es sich um ein 26 Zentimeter hohes Salzfass, das laut Museumsdirektor Wilfried Seipel einen Schätzwert von mehr als 50 Millionen Euro hat und am Kunstmarkt "völlig unverkäuflich" ist. Das Museum setzte eine Belohnung von 70 000 Euro aus. Die Skulptur sei versichert.

Die "Saliera" ist dem Wiener Museum zufolge die einzige erhaltene Goldschmiedearbeit des italienischen Bildhauers Cellini, deren Herkunft eindeutig zugeordnet werden konnte. Sie entstand während seines Aufenthalts in Paris in den Jahren 1540 bis 1543 im Auftrag König Franz I. von Frankreich. Das kostbare Tafelgerät stelle den Planeten Erde allegorisch dar.

Der Diebstahl der "Saliera" sei ein "Kunstraub gigantischen Ausmaßes" und der schwerste Verlust in der Geschichte des Museums, sagte Seipel der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Der kunsthistorische Wert sei unglaublich hoch und übersteige bei weitem den Materialwert, denn das Salzgefäß sei zum Großteil aus Wachs gefertigt und nur vergoldet. "Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, es einzuschmelzen", sagte Seipel.

Verspätete Diebstahlsmeldung

Der Dieb oder die Diebe seien über das Baugerüst durch ein eingeschlagenes Fenster in den ersten Stock gelangt, hätten die Glashaube über der Skulptur zerschlagen und seien mit dem Kunstwerk verschwunden. Etwas anderes sei nicht gestohlen worden. Die Polizei untersucht, ob die Sicherheitsvorkehrungen versagt haben. Es sei zwar um 4.00 Uhr früh Alarm ausgelöst worden, der Diebstahl aber erst mit vierstündiger Verspätung auch gemeldet worden. Die drei zur Tatzeit Dienst habenden Wachmänner wurden suspendiert.

Als teuerste Skulptur der Welt gilt bislang das Bronzeporträt "Danaïde" des rumänischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957), das im Mai 2002 für damals umgerechnet fast 20 Millionen Euro in New York versteigert wurde. Es handelte sich um den höchsten Preis, der jemals bei einer Auktion für eine Skulptur erzielt wurde.