Kunstmarkt Rekordpreis für Richter
London - Gerhard Richter ist und bleibt der teuerste, noch lebende deutsche Künstler. Für umgerechnet 9,768 Millionen Euro ist in der Nacht zum Donnerstag sein Bild "Zwei Liebespaare" (1966) über den Auktionstisch gegangen. Ein Weltrekordpreis für den Künstler - noch nie war ein Richter so teuer. Den Zuschlag für das großformatige Werk erhielt nach Angaben des Auktionshauses Christie's ein Telefonanbieter, der anonym bleiben wollte.
Erst vor drei Monaten hatte Richter, der am Samstag 76 Jahre alt wird, für Aufregung am Kunstmarkt gesorgt. Im November wurde sein Gemälde "Düsenjäger" (1963) bei Christie's in New York für umgerechnet 7,3 Millionen Euro versteigert. Jetzt konnte er diesen Rekord um mehr als 2 Millionen Euro übertreffen.
An einen, wie Francis Bacon, kommt er dennoch nicht heran. Der Ire hält mit dem 26,58 Millionen Pfund teuren "Innocent X" den Rekordpreis für das Werk eines britischen Künstlers. Das Auktionshaus Christie's hatte gehofft, diesen Spitzenpreis bei der gestrigen Auktion zu knacken. Doch das Gemälde "Triptych 1974 -1977", das aus drei Teilen besteht, verfehlte die Marke nur knapp. Es wechselte für 26,34 Millionen Pfund (35,26 Millionen Euro) den Besitzer. Damit war es nur rund 200.000 Pfund billiger als die Papst-Studie "Innocent X" des 1992 gestorbenen Bacon.
Insgesamt nahm Christie's bei der Auktion von Nachkriegskunst in London nach eigenen Angaben 72,9 Millionen Pfund (97,7 Millionen Euro) ein. 17 von 54 Kunstwerken wurden nicht verkauft. Laut dem Christie's Experten Pilar Ordovas waren einige Einstiegsgebote zu hoch angesetzt.
cc/dpa/AFP