Mailänder Mode: Striptease auf dem Laufsteg - DER SPIEGEL
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Mailänder Mode Striptease auf dem Laufsteg

In den ersten drei Tagen der Mailänder Damenschauen demonstrierten die italienischen Nachwuchs-Designer mit viel nackter Haut und transparenten Stoffen ihren Instinkt für medienwirksame Auftritte.
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Unterwäsche-Kreation von Gianfranco Ferré

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Foto: DPA
Durchsichtiges Abendkleid von Victor Victoria

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Top-Model Youma mit einer Kreation des transsexuellen Designers Robertina Manganaro

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Transparentes von La Perla

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Offenherziges Blusen-Outfit von Babini

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Top-Model Kristen Pasik mit einer Schöpfung von Fisico

Top-Model Kristen Pasik mit einer Schöpfung von Fisico

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Mailand - Mit Sex verkauft sich auch die langweiligste Kollektion. Dieser Hoffnung gab sich hin, wer an den ersten drei Tagen der noch bis zum 6. Oktober laufenden Mailänder Damenschauen die Mode für Frühjahr/Sommer 2001 vorstellte. Nicht alle machten mit beim Striptease auf dem Laufsteg, aber viele: blanker Busen unter pseudo-bedeckender Transparenz, BHs als mehr oder weniger ernst gemeinte Empfehlung für die Abendgarderobe und Hot Pants, die kaum die Pobacken im Zaum halten.

Es sei doch Sommer, erklärten die Schöpfer dieser Werke schulterzuckend, in Miami oder Saint Tropez sähe das ganz prima aus. Die ersten drei Tage - und das mag als Erklärung herhalten - gehörten ausschließlich der zweiten Garnitur der italienischen Designer sowie den Neulingen. Und die wissen bereits, nach welchen Kriterien der Platz in den Fernsehnachrichten vergeben wird.

Doch auch das, was bisher an "normaler" Kleidung zu sehen war, bedarf zuweilen der Gewöhnung. Die Muster zum Beispiel zeigen sich recht offensiv mit lauten Farben mit Zickzack-Streifen oder verschlüsselt mit ethnischer Symbolik.

Der Lust am Kombinieren ist anscheinend keine Grenzen gesetzt. In der Lederkollektion von Mario Valentino, nicht zu verwechseln mit dem römischen Star-Couturier Valentino, treffen sich Türkis und Braun. Antonio d'Errico hingegen vereint Gold mit Hellblau oder aber Flieder mit einem giftigen Grün. Bei Enrico Coveri explodieren Farben und Drucke im Gleichklang.

Ein erster Höhepunkt gelang am Samstagabend der jungen Designerin Patty Shelabarger - halb Italienerin, halb Amerikanerin - die viel Sinn für Exotik zeigte. "Afro-Chic", so betitelt sie ihre Kollektion. Auch wenn sie bei den vielen bauchfreien folkloristischen weißen Blusen viel Haut zeigte, sah es bei ihr nicht billig aus. Raffiniert akzentuiert sie Jacken und Röcke aus Seiden-Damast mit Taschen, Manschetten oder Revers im Farbkontrast.

Axel Botur, dpa



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