Medien Verlegerin Aenne Burda ist tot
Offenburg - Als Magdalena Lemminger am 28. Juli 1909 in Offenburg geboren, wuchs die spätere Verlegerin und Chefredakteurin in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem Besuch einer Klosterschule und einer kaufmännischen Lehre im örtlichen Elektrizitätswerk lernte sie 1930 den Drucker und Verleger Franz Burda kennen, den sie ein Jahr später heiratete.
1949 übernahm sie einen kleinen Modeverlag und baute ihn zum größten Fachverlag für Modepublikationen aus. Aenne Burda stieg zu einer bekannten Großverlegerin auf und gilt als eine der wenigen Frauen, die das deutsche Wirtschaftswunder entscheidend mitgeprägt haben.
"Mein Ziel war es, praktische und für breite Bevölkerungskreise erschwingliche Mode zu vertreiben", erklärte sie später. "Burda Moden" erschien erstmals 1950. Zwei Jahre später begann die Produktion der noch heute bekannten Einzelschnittmuster. Es folgten unter anderem der Saison-Modeführer "Burda-International" und das "Burda-Kochstudio" sowie in den siebziger und achtziger Jahren die Modehefte "Carina", "Anna" und "Verena".
Den eisernen Vorhang überwand sie noch vor dem Fall der Mauer: 1987 erschien "Burda Moden" als erste westliche Zeitschrift in russischer Sprache in der damaligen Sowjetunion. Damit legte die Verlegerin den Grundstein für die internationale Entwicklung des Burda-Konzerns.
45 Jahre leitete Aenne Burda ihren Verlag. 1994 dann wurde der Modeverlag Aenne Burda KG mit Sitz in Offenburg in den Burda-Medienkonzern integriert. Die "Königin der Schnittmuster" übergab das Verlagshaus ihren drei Söhnen Franz, Frieder und Hubert zu gleichen Teilen. Franz und Frieder verkauften ihre Anteile an Hubert Burda, der das Management übernommen hat.
Nach ihrem Rückzug aus dem täglichen Geschäft widmete sich Aenne Burda intensiv ihrem Lieblingshobby, der Malerei. Ihrem Ruhestand gab sie das Moto: "Alt werden ist Gottes Gunst, Jung bleiben ist Lebenskunst."