Medienkunst: Von Clicks, Cuts und Selbstdarstellung - DER SPIEGEL
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Medienkunst Von Clicks, Cuts und Selbstdarstellung

Is Media the Message? - Das diesjährige European Media Art Festival ist der multimedialen Zukunft auf der Spur.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vom 25. bis 29. April zeigt das European Media Art Festival in Osnabrück aktuelle Medienkunst aus aller Welt. Themenschwerpunkte des Festivals sind die Selbstinszenierung in der Kunst und die Auseinandersetzung mit unserer mehr und mehr durch die Informations- und Medientechnologien bestimmten Gegenwart. Dabei werden die unbegrenzten Möglichkeiten neuer ästhetischer Wirklichkeits-Konstruktionen ebenso aufgezeigt wie die Gefährdungen durch den elektronischen "Großen Bruder". Mehr als 200 Produktionen international renommierter Künstler und junger Talente geben Einblick in experimentelle Film- und Videokunst und Internet-, DVD- und CD-ROM-Arbeiten bis zu multimedialen Installationen.

Das Film- und Videoprogramm reicht vom einminütigen Animations- bis hin zum abendfüllenden Spielfilm. Die Festival-Retrospektive ist dem Kanadier David Rimmer gewidmet und wird von ihm selbst vorgestellt. Der Künstler gilt als Meister der mechanischen-fotografischen Filmbearbeitung. Musikalische Zufallskompositionen und Ton-Visualisierungen stehen im Mittelpunkt der "Electronic Lounge". Pop und Medienkunst werden beim "VeeJay-Groove" miteinander verbunden. Einblicke in die Arbeiten von Studenten an den Medien- und Kunsthochschulen gibt das "StudentForum".

Das Student Forum stellt unter dem Titel Connecting Student Forum europäische Hochschulen vor. In der gotischen Kunsthalle Dominikanerkirche wird unter anderem mit der Videoinstallation von Harun Farocki "Ich glaubte, Gefangene zu sehen" und der Performance "What are you looking at?" des "Gob-Squad"-Ensembles ein Blick auf den Menschen im elektronischen Medien-Dschungel geworfen.

"Is the media the message?" fragt der Kongress internationaler Medienschaffender beim European Media Art Festival. Es geht um das Gesamtkunstwerk Ich, Medien- und Alltagskultur und die medialen Selbstinszenierung eines Jeff Koons sowie die Wirklichkeitskonstruktion im "Big Brother"-Container.

Am Samstag werden im Rahmen des Festivals der mit 10.000 Mark dotierte Medienkunstpreis der Oldenburgischen Landesbank sowie der "Preis der deutschen Filmkritik" verliehen. Letzterer wird vom Bundesverband der Filmjournalisten für die beste deutsche experimentelle Film- und Videoproduktion des Jahres vergeben.