Michael Naumann: Für Kultur wird genug ausgegeben - DER SPIEGEL
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Michael Naumann Für Kultur wird genug ausgegeben

Ginge es nach Michael Naumann, dürfe es in der deutschen Kulturszene kein Jammern und Zähneklappern geben. Die Behauptung, es werde zu wenig für Kultur ausgegeben, sei falsch, meint der ehemalige Kulturstaatsminister.
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Medien und Kulturvertreter beherrschten die "Kunst der Klage", weil das "mehr Spaß" mache, sagte Naumann am Donnerstag bei einer Diskussionsrunde zum Thema "Die Kunst, die Macht und das Geld." In der deutschen Kulturlandschaft herrsche aber keine existentielle Krise, die die Politiker auf den Plan rufen müsste: "Die prinzipielle Behauptung, dass in Deutschland zu wenig für Kultur ausgegeben wird, ist falsch." Deutschland könne mit 100 Opernhäusern, zahlreichen Museen und Orchestern aufwarten. Dieser kulturelle Reichtum sei einmalig.

In der politischen Diskussion spiele die Kultur eine relativ untergeordnete Rolle, weil sie sich in erster Linie mit moralischen Fragen befasse. Man müsse allerdings fragen, warum es den Parteien nicht gelinge, kulturpolitisch aktive Bürger in die Politik zu holen, sagte der Mitherausgeber und Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit".

Auch Hans Zehetmair (CSU), bayerischer Kultusminister, attestierte der Kulturszene "sehr viel Eigenbefindlichkeiten". Staat und öffentliche Hand dürften sich jedoch nicht aus der Kulturförderung zurückziehen. "Aber in der Organisation und im Management müssen wir moderner werden."