Michelangelo-Zeichnung: Experte bezweifelt Echtheit - DER SPIEGEL
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Michelangelo-Zeichnung Experte bezweifelt Echtheit

Es geht um mehrere Millionen Dollar: So viel könnte eine Zeichnung einbringen, Michelangelo zugerechnet wird und vom Auktionshaus Christie's versteigern werden soll. Der Kunstexperte Alexander Perrig bezweifelt allerdings, dass der alte Meister die Feder führte.
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Berlin - Am 24. Januar soll die Zeichnung mit dem Titel "Kopf und Torso eines Mannes" in New York versteigert werden. Das Auktionshaus Christie's rechnet mit einem Erlös von bis zu vier Millionen Dollar. Der Frankfurter Michelangelo-Spezialist Alexander Perrig bezweifelt jedoch die Echtheit des Entwurfs: "Die Zeichnung ist mit Sicherheit kein Werk Michelangelos", sagte der emeritierte Professor für Kunstgeschichte der "Welt am Sonntag".

Perrig geht vielmehr davon aus, dass die Zeichnung von Don Guilio Clovio stammt, dem berühmtesten Miniaturmaler und Zeichner des 16. Jahrhunderts. Besonders falle die "Knollen- und Wulstlandschaft der Anatomie" ins Auge, die für Michelangelo untypisch sei.

Perrigs Ansicht nach gehört die bei Christie's angebotene Studie zu Clovios umfangreicher Materialsammlung. So sei es üblich gewesen, dass Clovio nicht die kompletten Figuren der prominenten Vorbilder abgezeichnet, sondern sich auf Arme und Beine, Brüste und Schultern konzentriert habe.