Milo Yiannopoulos kündigt bei "Breitbart News" - DER SPIEGEL
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Pädophilie-Kommentar Yiannopoulos kündigt bei "Breitbart News"

Er galt als Posterboy der amerikanischen Rechten - und fällt tief: Milo Yiannopoulos beendet seinen Arbeitsvertrag bei "Breitbart News". Er hatte in einem Interview Kindesmissbrauch relativiert.
Milo Yiannopoulos
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Foto: Drew Angerer / AFP
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Der umstrittene Journalist Milo Yiannopoulos hat seinen Vertrag bei der ultrarechten Webseite "Breitbart News" gekündigt. Das melden mehrere US-Medien übereinstimmend.

Hintergrund war ein Interview aus dem vergangenen Jahr, in dem der Breitbart-Journalist Kindesmissbrauch relativierte. Der Videoclip war am Wochenende über Twitter verbreitet worden. Pädophilie läge nicht vor, wenn man sich zu einem sexuell reifen 13-Jährigen hingezogen fühle, sondern nur, wenn das Kind noch nicht die Pubertät erreicht habe, sagte Yiannopoulos darin unter anderem.

Sein Verlag kündigte ihm daraufhin seinen hochdotierten Buchvertrag. Auch sein Auftritt auf der Conservative Political Action Conference wurde abgesagt.

"Ich läge falsch, wenn ich zuließe, dass meine armselige Wortwahl von der wichtigen Berichterstattung meiner Kollegen ablenkt", begründete Yiannopoulos seine Entscheidung laut "New York Times" . "Also werde ich meinen Vertrag bei Breitbart mit sofortiger Wirkung aufkündigen." Es sei seine alleinige Entscheidung gewesen, fügte er demnach hinzu.

Auch die "Washington Post" berichtet von der Kündigung . "Breitbart News stand immer an meiner Seite, wenn andere klein beigegeben haben", zitiert die Zeitung den Journalisten. "Sie haben mir gestattet, konservative und libertäre Ideen an Gemeinschaften heranzutragen, die sie sonst nie gehört hätten."

Auch "Breitbart News" äußerte sich demnach zum Rücktritt des Bloggers: "Milo Yiannopoulos' mutige Stimme hat notwendige Debatten über wichtige kulturelle Themen ausgelöst, die sich mit Universitäten, Homosexuellen, der Presse und der Tech-Industrie auseinandergesetzt haben", hieß es in einem Statement. Die Webseite akzeptiere seine Entscheidung.

Der offen schwul lebende Yiannopoulos ist für rassistische Hetzkommentare bekannt. Anfang des Monats war ein geplanter Auftritt des Rechtspopulisten an der University of California in Berkley nach gewalttätigen Protesten abgesagt worden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels haben wir den Begriff "libertarian" aus Milo Yiannopoulos' Statement fälschlicherweise mit "liberal" übersetzt - richtig ist "libertär".

kry