Model-Skulptur Kate Moss in Gold aufgewogen
London - Angeblich wiegt sie ja nur 53 Kilo. Sollte das stimmen, dann wurde Kate Moss vom britischen Künstler Marc Quinn beinahe vollständig in Gold aufgewogen: Seine Skulptur des Top-Models wiegt 50 Kilogramm - und bekommt bald museale Weihen. Vom 4. Oktober an wird sie im renommierten British Museum in London ausgestellt, neben ehrwürdigen Skulpturen wie der Venus, der Göttin der Liebe.
Er habe eine Skulptur schaffen wollen, die dem aktuellen Schönheitsideal entspreche, so der Künstler. "Aber selbst Kate Moss kann mit ihrem Ebenbild nicht mithalten." Deshalb heißt es Klotzen statt Kleckern: Fast zwei Millionen Euro ist die Moss-Statue namens "Sirene" wert.
Nach Angaben des Museums ist sie die größte Goldfigur seit den Zeiten des alten Ägypten. Sie wird Teil der Ausstellung "Statuephilia" sein, die bis zum 25. Januar Werke zeitgenössischer Künstler zeigt.
Diese neuen Statuen werden im Museum neben Skulpturen aus der 250 Jahre alten Sammlung des Museums stehen. Darunter werden auch 200 Totenschädel des Künstlers Damien Hirst sein, und in der Eingangshalle soll ein riesiger Engel des Bildhauers Antony Gormley auf Besucher warten.
Das British Museum beherbergt eine der wertvollsten Skulpturensammlungen der Welt und ist vor allem für seine kulturgeschichtlichen Ausstellungen bekannt.
Die goldene Kate hat eine Vorgängerin: die bronzene Kate. Marc Quinn hat das 34-jährige Top-Model schon einmal in komplizierter Yoga-Pose aus Bronze modelliert und dann weiß bemalt. Nach Berichten der britischen "Vogue" musste sich Moss dafür nicht selbst verrenken - Quinn habe sich die Stellung bei Yoga-Profis abgeschaut und dann den Kopf nach einem Porträtfoto von Moss gemeißelt.
Der Skulpturenkünstler Marc Quinn wurde Anfang der neunziger Jahre mit der Arbeit "Self" bekannt. Für diesen "Blutkopf" füllte der Künstler eine Form seines Kopfes mit 4,5 Litern seines eigenen Blutes und fror das daraus entstandene Werk ein.
Von Kate Moss ist Quinn seit Jahren fasziniert: "Sie ist eine Gegenwartsversion der Sphinx. Ein Geheimnis." Der Künstler ist nicht der Einzige, der dem Musen-Potential prominenter Frauen erliegt: Der US-Bildhauer Daniel Edwards hat beispielsweise mit seinen Skulpturen der gebärenden Britney Spears und der obduzierten Paris Hilton für Aufsehen gesorgt.
Das Model hat schon immer die Nähe zu Künstlern gesucht: Sie wurde schon von Künstlern wie Chuck Close, Wolfgang Tillmans oder Lucian Freud abgebildet, hat ein Duett zusammen mit Bobby Gillespie von der Band Primal Scream gesungen oder in einem Video der White Stripes getanzt - ganz zu Schweigen von ihrer Ex-Beziehung zu Babyshambles-Sänger Pete Doherty.
bfr/dpa/AFP