München Jüdisches Museum eröffnet
München/Berlin - Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte bei dem Festakt im Alten Rathaus, das rund 13,5 Millionen Euro teure städtische Museum sei eines der bedeutendsten kommunalen Projekte der vergangenen zehn Jahre. Die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer werteten die Museumseröffnung als "wichtiges Ereignis für Deutschland". Mit etwa 150 Exponaten konzentriert sich das Museum auf die Vermittlung von jüdischem Alltagsleben. Es setze "ein Zeichen dafür, dass das jüdische Leben und die jüdische Kultur fester Bestandteil der Stadt München und unserer Republik sind", so die Bundesvorsitzenden.
Unter den Ehrengästen war Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie des Zentralrats der Juden in Deutschland. Neben der Synagoge, die im vergangenen November eröffnet wurde, und dem Gemeindezentrum gehört das neue Museum zum Gebäude-Ensemble des Jüdischen Zentrums in der Münchner Innenstadt, das das Saarbrücker Architektenbüro Wendel Hoefer Lorch realisiert hat.
Es gehe um mehr als eine Museumseröffnung, es gehe um die Vollendung des Jüdischen Zentrums am Jakobsplatz, sagte Ude. Und es gehe um die Vollendung einer Vision, für die die Münchner Ehrenbürgerin Knobloch seit den achtziger Jahren gekämpft habe. Das Jüdische Zentrum sei "für die Altstadt Münchens eine Bereicherung sondergleichen" und setze einen deutlichen Kontrast zum Substanzverlust vieler Innenstädte. Das Museum solle neugierig machen für jüdisches Leben und jüdische Kultur.
Neben einer Dauerschau werden in dem Museum mit rund 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche auch wechselnde Ausstellungen gezeigt - diese stehen im Eröffnungsjahr unter dem Motto "Sammelbilder", den Auftakt bilden die Schau "Die jüdische Welt und die Wittelsbacher" sowie eine Ausstellung über die Sammlung von Alfred Pringsheim, des Schwiegervaters von Thomas Mann.
hoc/ dpa