Multimedia-Musical: Sinatras virtuelle Auferstehung - DER SPIEGEL
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Multimedia-Musical Sinatras virtuelle Auferstehung

Ungewöhnliches Comeback für Entertainer Frank Sinatra. Mit Hilfe modernster Technik ist der verstorbene Sänger auf der Bühne des Londoner Palladium-Theaters wiederauferstanden. Unterstützt wurde das glamouröse Musical-Projekt von Sinatras Tochter Nancy.
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London - Acht Jahre nach dem Tod von "Ol' Blue Eyes" feiert heute im "London Palladium" das offizielle Frank-Sinatra-Musical Premiere. Zu sehen gibt es den Entertainer selbst - auf einer gigantischen Videoleinwand, unterstützt von einem Live-Orchester und Tänzern. "Nichts an dieser Aufführung empfinde ich als makaber", sagte Tochter Nancy Sinatra, 65, vor der Aufführung, "es macht höchstens etwas traurig, weil er nicht mehr unter uns ist."

Speziell für das Musical ließ die Tochter der Showlegende private Familienaufnahmen aus den fünfziger Jahren aufwendig restaurieren und mit Konzertausschnitten des 1998 verstorbenen Sängers mischen. "Uns war wichtig, dass Frank in diesem Musical mit seinen eigenen Worten spricht und die Zuschauer ihn durch die Musik besser kennen lernen", sagte Nancy Sinatra, die mit dem Vater-Tochter-Duett "Something Stupid" und Solo-Hits wie "These Boots Are Made For Walking" gefeiert hatte.

Britische Kritiker können der 3,5 Millionen Euro teuren Produktion bislang allerdings wenig Positives abgewinnen. "Ist das jetzt etwa die Zeit der Wiederauferstehungen toter Popstars?", lästerte Dominic Cavendish vom "Daily Telegraph". Die Familie des erfolgreichen Sängers ließ verlauten, dass es ihr vor allem auf die orgienalgetreue Darstellung Sinatras ankomme. "Frank soll nicht zu einer schlechten Karikatur verkommen", so Nancy Sinatra.

Die mediale Wiederauferstehung verstorbener Musiker erfreut sich in vergangener Zeit tatsächlich immer größerer Beliebtheit. Die Filme "Walk the Line" über Countrylegende Johnny Cash und die Biographie des R&B-Stars Ray Charles waren Kassenschlager. Beim Publikum sollte das Multimedia-Musical "Sinatra at the Palladium" also gut ankommen. Ein weiteres gutes Vorzeichen: Mit einem ähnlichen Konzept wurden schon einmal ganze Hallen ausverkauft. Damals ging der virtuelle Elvis Presley mitsamt echter Live-Band auf Konzertreise.

jdl/rtr