Nahost-Korrespondent Gerhard Konzelmann gestorben
Stuttgart Eigentlich wollte Gerhard Konzelmann, geboren 1932, Komponist werden, auch die Diplomatie war im Gespräch. Ein Volontariat beim Hörfunk des Süddeutschen Rundfunks (SDR) änderte die Pläne, ab 1957 war er dann schon Redakteur bei der Abendschau des SDR-Fernsehens.
Elf Jahre später, nach den Jahren in der Programmdirektion des Deutschen Fernsehens in München, wechselte er als Arabien-Korrespondent der ARD nach Beirut. Schnell avancierte er zum anerkannten Spezialisten des Nahen Ostens, drehte Fernsehdokumentationen und schrieb Bücher zum Thema.
Nach kurzem Zwischenstopp in der Fernsehhauptabteilung "Kultur und Gesellschaft" des SDR ging er 1981 für vier Jahre wieder nach Kairo und Beirut. Es folgten zwölf Jahre in Stuttgart, wo er beim SDR für die Redaktion Kultur, Spiel und Unterhaltung die Musikformate betreute.
Seine Nahost-Kenntnisse machten ihn zum gefragten Kommentator, er begleitete intensiv die Golfkrise 1990/91, war zudem Lehrbeauftragter für Arabische Politik an der Universität Konstanz. Dass seine populärwissenschaftlichen Nahost-Bücher es nicht immer ganz genau mit den Quellenangaben hielten, war 1991 Grund für eine juristische Auseinandersetzung. Dem Erfolg seiner Werke tat dies keinen Abbruch: Als sich Konzelmann 1997 aus dem aktiven Journalistenberuf zurückzog, hatten sich seine über 20 Bücher rund 1,5 Millionen Mal verkauft.
SWR-Intendant Peter Boudgoust würdigte Konzelmann als einen Kollegen und Mitarbeiter, der durch seine Filmberichte nachhaltig das Bild der arabischen Welt beim Fernsehpublikum in Deutschland geprägt habe.
dan/dpa