Neue Pay Wall: Die "Washington Post" errichtet eine Bezahlschranke - DER SPIEGEL
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Bezahlschranke im Internet Die "Washington Post" errichtet eine Paywall

Die "Washington Post" folgt dem Vorbild der "New York Times". Ab Sommer will die US-Zeitung eine Paywall für ihre Online-Angebote einführen. Die Bezahlschranke gilt als bescheiden: Es gibt zahlreiche Ausnahmen.
Verlagsgebäude der "Washington Post" (Archivbild): "Nachrichtenkonsumenten sind klug"
Verlagsgebäude der "Washington Post" (Archivbild): "Nachrichtenkonsumenten sind klug"

Verlagsgebäude der "Washington Post" (Archivbild): "Nachrichtenkonsumenten sind klug"

Foto: Manuel Balce Ceneta/ AP
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Washington - Das "Wall Street Journal" hat sie schon lange, die "New York Times" auch, jetzt zieht die "Washington Post" nach: Die renommierte US-Tageszeitung errichtet im Sommer eine teilweise Bezahlschranke für ihre Angebote im Internet.

Leser sollen dann nur noch 20 Artikel und Multimedia-Inhalte pro Monat kostenlos abrufen können, berichtet die Zeitung am Montag auf ihrer Website . Wie viel die Nutzung des digitalen journalistischen Angebots danach kosten soll, sei noch nicht entschieden.

Es werde zahlreiche Ausnahmen geben, heißt es in dem Bericht. So wolle man Abonnenten der gedruckten Ausgabe nicht zur Kasse bitten. Ebenso bleibe das Web-Angebot der Zeitung von Schul-, Regierungs- und Militärcomputern aus kostenlos. Die Homepage und die Übersichtsseiten für einzelne Rubriken sollen nicht gesperrt werden.

"Nachrichtenkonsumenten sind klug", teilte "Post"-Herausgeberin Katharine Weymouth dem Bericht zufolge mit, "sie begreifen, dass die Herstellung einer Qualitätszeitung mit hohen Kosten verbunden ist und dass es wichtig ist, die tiefgehende Berichterstattung zu erhalten, für die die Post bekannt ist", sagte Weymouth weiter.

Die Einführung einer - wenn auch vergleichsweise bescheidenen - Paywall sei ein entscheidender Schritt für die "Post", schreibt die Zeitung. Bislang habe das Blatt sich davor gescheut, eine Bezahlschranke einzurichten. Zu groß war die Angst vor einem möglichen Leserverlust und vor bröckelnden Werbeerlösen durch den Rückgang von Anzeigenkunden im Online-Geschäft.

Das Vorbild für ein entsprechendes Bezahlmodell hat vor rund zwei Jahren die konkurrierende "New York Times" geliefert. Auch das "Wall Street Journal", die "Financial Times" und viele andere US-Zeitungen lassen sich online erst nach Bezahlung vollständig lesen. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Forbes" arbeiteten im Jahr 2012 bereits 450 der 1380 US-amerikanischen Tageszeitungen mit irgendeiner Art Bezahlmodell.

In Großbritannien hatte die "Times" im Sommer 2010 eine Vorreiterrolle eingenommen, als sie eine Bezahlschranke für ihr komplettes Online-Angebot einrichtete. Seitdem können nur zahlende Abonnenten auf die Inhalte zugreifen.

bos/dpa