Neue Umfrage: Dresdner wollen Elbtalbrücke - DER SPIEGEL
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Neue Umfrage Dresdner wollen Elbtalbrücke

Unseco-Ehrung hin, hufeisennäsige Fledermaus her - das Dresdner Volk bleibt stur. Laut einer aktuellen Erhebung wünscht sich die Mehrheit der Einwohner den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke.
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Dresden - Nach den Ergebnissen der Studie wollen 63,4 Prozent der Befragten, dass die so genannte Waldschlösschenbrücke gebaut wird. 25,6 Prozent sprachen sich gegen das Projekt aus, und 10,6 Prozent waren unentschlossen.

56,9 Prozent wollen lieber eine Brücke über die Elbe als einen Tunnel unter ihr hindurch. Das Umfrageergebnis basiert auf einer repräsentativen Erhebung, die das Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden im Auftrag der "Dresdner Neuesten Nachrichten" durchführte. 501 Dresdner wurden befragt.

Ob die Regierung den Volkswunsch in die Tat umsetzt, klärt sich voraussichtlich im Oktober. Dann rechnet das Oberverwaltungsgericht Bautzen, vor dem der Rechtsstreit derzeit geführt wird, nach Angaben eines Sprechers mit einer Entscheidung darüber, ob die Elbtalbrücke gebaut werden darf oder sich die Pläne der Regierung auflösen wie ein Luftschloss.

Naturschutzverbände hatten das Brückenvorhaben Anfang August in letzter Minute vor dem Verwaltungsgericht Dresden gestoppt, weil ihrer Meinung nach der Schutz einer seltenen Fledermausart, der Kleinen Hufeisennase, bei den Planungen nicht berücksichtigt worden war.

Durch den überraschend verhängten Baustopp befürchtete die Kommune horrende Schadenersatzforderungen von Baufirmen. Das Regierungspräsidium Dresden trug der Fall daraufhin in zweiter Instanz vor das Oberverwaltungsgericht .

Die 635 Meter lange Elbtalbrücke sollte ursprünglich 2010 für den Verkehr freigegeben werden. Für den Fall des Baus hatte die Unesco mit der Aberkennung des Weltkulturerbetitels für das Dresdner Elbtal gedroht. Sie sieht mit der Errichtung der Brücke die rund 20 Kilometer lange Flusslandschaft als "Erbe der Menschheit" bedroht.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte seinerzeit, die Entscheidung des Unesco-Welterbe-Komitees komme einer "Erpressung" gleich. Dresdens amtierender Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) sah in dem Beschluss hingegen eine Chance zur Neubewertung der Situation.

ssu/AP