Neuer Fernsehpreis Auf Qualität programmiert
Sechs Fernsehfilme, die im vergangenen Jahr über deutsche Bildschirme liefen, werden diese Woche im Rahmen des Festivals ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury sei allein die künstlerische Qualität der Produktionen gewesen.
"Der Dialog, der Stil der Bilder, das Thema, die schauspielerische Leistung, das sind Qualitätskriterien für einen guten Film. Kommerzieller Erfolg sagt noch nichts über die Qualität aus," sagte Festivalsprecherin Marija Capek zu SPIEGEL ONLINE.
Mit der Auszeichnung wolle man Regisseuren und vor allem Produzenten den Schulterschluss bieten und sie ermutigen nicht nur die Einschaltquoten im Kopf zu haben. "Die müssen einen kommerziellen Misserfolg schließlich ausbaden", so Capek. Mit bereits existierenden Fernsehpreisen wolle man nicht konkurrieren.
Die Festivalleitung reagiert damit auch auf die laufende Diskussion über mangelnde Qualitätsansprüche an TV-Produktionen. Regisseur Volker Schlöndorff hatte bereits im Juli für Furore gesorgt, als er die starke Beteiligung der Fernsehsender in der deutschen Filmproduktion kritisierte. In der "Süddeutschen Zeitung" schrieb Schlöndorff: "Keine Sequenz kann mehr mit der für einen Spielfilm erforderlichen Sorgfalt gedreht werden, immer heißt es, für die Fernsehfassung ist das genug." Er war darauf von der Produktionsfirma Constantin AG aus einem laufenden Projekt entlassen worden.
Festivalsprecherin Capek sagte, mit der Würdigung hochwertiger deutscher Fernsehfilme wolle man aus Sicht eines Filmfestivals zur Diskussion beitragen. Ausgezeichnet werden die folgenden Filme: "Eine Stadt wird erpresst" ( Arte und ZDF) von Regisseur Dominik Graf, "Guten Morgen Herr Grothe" (WDR) von Lars Kraume, "Helen, Fred und Ted" (BR und NDR) von Sherry Horman, "Der Novembermann" (WDR) von Jobst Oetzmann, "Peer Gynt" (Arte und ZDF) von Uwe Janson und "Die Tote vom Deich" (ZDF) von Matti Geschonneck.
Den undotierten Preis erhält neben dem Regisseur auch der verantwortliche Redakteur des Films. Zur Verleihung am 10. und 11. Oktober in Heidelberg werden unter anderem die Schauspieler Uwe Kockisch, Robert Stadlober und Nina Kronjäger erwartet.
acl/ddp