Neues ARD-Programm Kick mit Harald Schmidt
Köln - Beim Ersten fallen Entscheidungen schnell - manchmal. Programmdirektor Günter Struve änderte heute spontan vor der Journalistenschar, die zur Programmpressekonferenz in Köln zusammengekommen war, den Titel einer Sendung mit Entertainer Harald Schmidt und Sportreporter Waldemar Hartmann.
"Olympia da capo" hatte die Nachbetrachtung zu den Ereignissen der Olympischen Winterspiele in Turin im Februar 2006 heißen sollen, für die die ARD Schmidt und Hartmann erstmals zu einem Team zusammenbringt - Fortsetzung im Erfolgsfall während der Fußball-Weltmeisterschaft. "Champagner und Weißbier, das kann nur das Erste leisten", meinte Struve.
Doch Harald Schmidt, in dessen Kölner Studio die ARD ihr Programm des nächsten Jahres präsentierte, war mit dem Titel gar nicht einverstanden. Er habe Hartmann «Waldi und Harry» versprochen, "aus Respekt vor seiner Lebensleistung". Schließlich akzeptierte Struve. "Olympia da capo" sei "wirklich nicht so durchschlagsstark, wie es sein sollte". Schmidt war zufrieden. "Nur das weiche Wasser besiegt den Stein", unkte der Moderator.
Welchen Stellenwert Schmidt in der ARD inzwischen offensichtlich einnimmt, zeigte sich schon in der Tatsache, dass der "Nebensatzartist" (Struve) im eigenen Kölner Studio eine durchaus amüsante Note in die überwältigende Informationsflut der Programmpräsentation bringen durfte. Gleich zu Beginn verkündete der Programmdirektor, dass Schmidts Vertrag um ein Jahr bis Juli 2007 verlängert wurde - trotz dessen Eingangsmoderation, wie Struve witzelte.
Schmidt hatte das ARD-Programm in der ihm eigenen Weise präsentiert: Es stütze sich auf drei Säulen: "Sport, Sport und Fußball." Neu sei das "frauenaffine Gewaltfernsehen am Nachmittag". Politmagazine würden nicht gekürzt, sondern auf 30 Minuten verlängert, und hießen jetzt "Telenovela für Fachabiturienten" mit Titeln wie "Sonja im Sturm" und "Petra wider Willen".
Zudem gab Deutschlands Chef-Ironiker vor, ein Geheimnis auszuplaudern: "Wir planen die 42-teilige Doku-Soap 'Die Breloers - das Leben einer idealen Familie'". Veronica Ferres werde dabei zum ersten Mal Regie führen, Geschichtsfilmer Heinrich Breloer werde von Ottfried Fischer ("Der Bulle von Tölz", "Pfarrer Braun") verkörpert. Und schließlich solle der "Tatort" nach und nach durch den "Brennpunkt" ersetzt werden - wegen des "riesigen Bedarfs nach Schnee, Flut und Zapfenstreich".
Joachim Sondermann, AP