Giftmord-These Pablo Neruda wird exhumiert
Pablo Neruda 1971: Unterstützer Allendes
Foto: Laurent Rebours/ APHamburg/Santiago de Chile - Knapp 40 Jahre nach seinem Tod sollen die Überreste des chilenischen Dichters Pablo Neruda (1904-1973) exhumiert werden. Dies habe der Richter Mario Carroza am Montag angeordnet, berichtete ein chilenischer Rundfunksender.
Mit der Exhumierung gehen die Ermittler dem Hinweis nach, Neruda könnte in einem Krankenhaus vergiftet worden sein. Diese These vertritt der ehemalige Sekretär und Chauffeur von Neruda, Manuel Araya. Er setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Tod des Literaturnobelpreisträgers neu untersucht wird. Araya hält die offizielle Todesursache Prostatakrebs für falsch. Auch die kommunistische Partei Chiles, der Neruda angehörte, vertritt diese Position. Sie fungiert als Kläger in dem Prozess.
Neruda hatte 1971 den Literaturnobelpreis erhalten. Er starb am 23. September 1973 nur wenige Tage nach dem Militärputsch, mit dem General Augusto Pinochet die Regierung des Sozialisten Salvador Allende stürzte. Neruda war ein Unterstützer Allendes.
Die Exhumierung soll in den ersten zwei Aprilwochen vorgenommen werden. Neruda ist in seinem langjährigen Wohnort Isla Negra an der Pazifik-Küste begraben, rund hundert Kilometer westlich der Hauptstadt Santiago.