Pergament-Auktion: Magna Charta unter dem Hammer - DER SPIEGEL
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Pergament-Auktion Magna Charta unter dem Hammer

Eine Kopie der Magna-Charta aus dem 13. Jahrhundert wird im Dezember bei Sotheby's versteigert. Das New Yorker Auktionshaus schätzt den Wert des historischen Pergaments auf umgerechnet 14 Millionen bis 21 Millionen Euro - und erwartet eine Magna-Charta-Manie.
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London - Nach einem Bericht der "Financial Times " handelt es sich bei dem zu versteigernden Dokument um die letzte erhaltene Kopie, die sich in Privatbesitz befindet. Und um eine von insgesamt zwei Magna Chartas, die sich außerhalb Englands befinden. Ausgestellt wurde das Pergament von Edward I. 1297 für den Bezirk Buckinghamshire.

Das Auktionshaus Sotheby's sagte, das Pergament sei das "wichtigste Dokument, das je auf einer Auktion versteigert wurde". Das Manuskript befand sich zuvor im amerikanischen Nationalarchiv in Washington - neben der US-Verfassung und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Verkäufer ist die amerikanische Perot Foundation, die das Dokument 1984 in die USA brachte.

"Die Magna Charta ist die erste Sprosse auf der Leiter in Richtung Freiheit", sagte Sotheby's-Vizechef David Redden der "Financial Times". Unter Historikern gilt die Magna Charta als Meilenstein in der angelsächsischen Rechtssprechung. Durch sie wurden die Rechte des englischen Königs beschnitten, willkürliche Verhaftungen untersagt und Besitzpfändung ohne korrektes Verfahren verboten.

Die Original-Magna-Charta wurde 1215 ausgestellt, um Streitigkeiten zwischen König John und dem Englischen Adel zu schlichten. Das Dokument wurde vom König nur auf erheblichen Druck der Barone angenommen. Seit 1297, das Jahr aus dem die zu versteigernde Kopie stammt, ist die Magna Charta Teil des Englischen Gesetzes.

Bis zum Englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert diente die Magna Charta immer wieder als Verhandlungsgrundlage. Erst die Bill of Rights ersetzte sie 1689 in weiten Teilen als grundlegendes Verfassungsdokument.

Insgesamt gibt es heute weniger als 20 Abschriften der Magna Charta; von den Originalen aus dem Jahre 1215 sind nach Angaben des Zentrums für zeitgenössische Kunst in Virginia nur vier Exemplare erhalten.

ssu/AP