"Playboy"-Kunst-Auktion: Bunnys zu verkaufen - DER SPIEGEL
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"Playboy"-Kunstauktion: Häschen, nackte Haut und rote Lippen

Foto: AP/ Christie's

"Playboy"-Kunst-Auktion Bunnys zu verkaufen

Millionenverluste beim "Playboy": Jetzt werden 125 Kunstwerke aus der hauseigenen Sammlung des Herrenmagazins versteigert - unter den Fotografien, Gemälden und Zeichnungen sind auch ein Dalí und ein Foto des allerersten "Playboy"-Titelmädchens Marilyn Monroe.
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Nimmt der Verkauf von Erotik-Heftchen ab, müssen die Kassen eben anders gefüllt werden. Playboy Enterprises, die Mutterfirma des "Playboy", machte durch die Internetkonkurrenz in den letzten Jahren Millionen-Verluste. Im dritten Quartal dieses Jahres 2010 sorgte vor allem das TV-Geschäft mit seinen Erotikprogrammen für ein Minus von satten 27,4 Millionen Dollar unterm Strich. Am 8. Dezember wird wohl auch aus diesem Grund ein Teil der Kunstsammlung beim Auktionshaus Christie's in New York versteigert. Fast alle Werke waren einmal in "Playboy"-Heften zu sehen.

Unter den 125 Kunstwerken wird der rote "Mouth No. 8" von Pop-Art-Künstler Tom Wesselmann als Höhepunkt der Versteigerungen gehandelt - das Gemälde aus dem Jahr 1966 soll laut Schätzungen des Auktionshauses zwei bis drei Millionen Dollar erzielen.

Ein Dalí-Gemälde, das der Surrealist 1966 speziell für eine "Playboy"-Ausgabe mit "von Playmates inspirierter Kunst" entwarf, könnte schätzungsweise 100.000 bis 150.000 Dollar einbringen. Bis vor kurzem soll es im Schlafzimmer des "Playboy"-Gründers Hugh Hefner über dem Kamin gehangen haben; es zeigt eine liegende nackte Frau.

Auch die Fotografie von Marilyn Monroe, die winkend den ersten "Playboy"-Titel 1953 zierte, wird unter den Hammer kommen - das Foto dürfte allerdings nur 10.000 bis 15.000 Dollar einbringen.

Hefner sagte im Zusammenhang mit der Auktion, der "Playboy" habe dazu beigetragen, die Grenzen zwischen kommerzieller und konventioneller Kunst zu verwischen. "Was den 'Playboy' besonders macht, sind nicht einfach nur die schönen Frauen auf dem Titel und die sehr gute Lektüre, sondern auch, dass wir in unserem allerersten Jahr Kunst-Preise gewonnen haben."

Unter den 125 zu versteigernden Werken sind 80 Fotografien, darunter auch Original-Centerfolds von Pamela Anderson und Anna Nicole Smith. Es gibt 24 Cartoons, der Rest sind Gemälde und andere zeitgenössische Kunstwerke. Die Sammlung des Magazins umfasst insgesamt 5000 Kunstwerke und über 20 Millionen Fotografien.

Christie's hatte zum 50-jährigen Jubiläum des Magazins 2003 zum ersten Mal eine "Playboy"-Auktion im Programm. Damals stammte das teuerste Werk ebenfalls von Wesselmann; außerdem wurden zum Beispiel ein "Bunny"-Kostüm aus den Sechzigern, Hugh Hefners alte Adressbücher und seine Mercedes-560 SEL-Stretchlimosine versteigert. Die Anfang Dezember stattfindende Kunstversteigerung nennt das Auktionshaus übrigens "Year of the Rabbit", angelehnt an das "Playboy"-Maskottchen, den Hasenkopf.

Hugh Hefner hatte den "Playboy" 1953 gegründet und anschließend zu einer weltweiten Marke ausgebaut. Er ist jetzt 84 Jahre alt und immer noch Chefredakteur des Männermagazins. Die deutsche Erstausgabe erschien 1972.

lar/AP/dpa