Pop-Art: Fritz Köthe gestorben - DER SPIEGEL
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Pop-Art Fritz Köthe gestorben

Von Experten als "BRD-Godfather of Pop" verehrt, blieb Fritz Köthe doch Zeit seines Lebens ein Geheimtipp. Jetzt ist der Maler und Grafiker im Alter von 89 Jahren gestorben.
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Noch im Juni dieses Jahres hatte der Publizist Florian Illies mit flotter Feder den 1916 geborenen Maler skizziert und seine Wiederentdeckung angekündigt. Wortlaut der in Illies' Kunstmagazin "Monopol" veröffentlichten Mini-Hommage: "Fritz Köthe (geboren 1916), früher verspottet als Tom Wesselmann für Arme, in Wahrheit der BRD-Godfather of Pop. Größerer Macho als Mel Ramos, aber besserer Künstler. Steht kurz vor der Wiederentdeckung."

Die Wiederentdeckung im größeren Rahmen blieb aus, Köthes provokante Bilder lagen privaten Sammlern mehr als den großen Museen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" bereits 1996 zum 80. Geburtstag des Künstlers schrieb. Für das kommende Jahr endlich war eine große Retrospektive in Berlin geplant, die Köthe selbst mit dem Kunsthaus Hannover vorbereitete.

Der gebürtige Berliner absolvierte zunächst eine Malerlehre und nahm 1936 ein Kunststudium in Leipzig auf. Ab den fünfziger Jahren war er vor allem als Grafiker für Verlage und Werbeagenturen tätig. Ab Mitte der Sechziger entstanden seine Collagen, die raffiniert mit der Ästhetik der Produktwerbung spielten. "Im wohlaustarierten Nebeneinander von blühendem Fleisch und toter Materie offenbaren Köthes Werke die Abgründe des allgegenwärtigen Konsumterrors", vermerkte anerkennend die "FAZ".

Dem Konsumkreislauf von Angebot und Nachfrage blieb sein Werk weitgehend entzogen, vielleicht feiert es jetzt ein marktgerechtes Comeback. Köthe wird es nicht mehr erleben: Er starb 89-jährig in Berlin.

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